Staatsschauspiel Dresden zieht Bilanz

Dresden - Intendant und Direktor des Staatsschauspiel Dresden Joachim Klement schaut zurück auf zwei Spielzeiten unter seiner Leitung. Die Besucherzahlen steigen weiter an, dies liegt nicht nur an den Inhalten, sondern auch an vielen internationalen Gastauftritten.

Die Spielzeit 2019/2020 des Staatsschauspiels Dresden beginnt mit einer neuen Gesprächsreihe, dem spiegel – gespräch live im staatsschauspiel dresden. In unregelmäßiger Folge diskutieren prominente Gästen aus Politik, Kultur, Wirtschaft, Sport und Wissenschaft mit Redakteurinnen und Redakteuren des spiegel über aktuelle Themen und suchen in Zeiten des Umbruchs nach Antworten auf drängende Fragen. Auftakt ist am 22. August, 19.30 Uhr im KH1  mit Christiane Paul und Jan Josef Liefers zum Thema „WIR nach dem Mauerfall“. Es moderieren Susanne Beyer und Janko Tietz. Die Reihe entsteht in Kooperation mit dem spiegel.

Am 31. August 2019 startet dann das Staatsschauspiel Dresden mit seinem traditionellen Eröffnungsfest für die ganze Familie im und rund um das Schauspielhaus offiziell in die Spielzeit 2019/2020.

Ein Höhepunkt ist um 20.00 Uhr, wenn sich der Vorhang für die grosse saisonvorschau öffnet: Kurze Szenen und moderierte Gespräche mit Regisseur*innen, Autor*innen und weiteren Gästen geben dann einen ersten Einblick in die neue Spielzeit.

Zwei Wochen später, vom 13. bis zum 15. September 2019, laden wir Sie dann herzlich ein zum großen Premierenwochenende. Auftakt der Spielzeit ist am 13. September 2019, 19.30 Uhr die Uraufführung mit der faust in die welt schlagen nach dem Roman von Lukas Rietzschel im Kleinen Haus 1. Der 1994 in der Lausitz geborene Autor greift in seinem Debüt-Roman ein hochaktuelles Thema auf: Junge Männer in der Provinz Ostsachsens, geprägt von Strukturwandel und Perspektivlosigkeit, die zu Neonazis werden. Inszeniert wird der brisante Stoff von Liesbeth Coltof, Trägerin des deutschen Theaterpreises der faust.

Am 14. September 2019, 19.30 Uhr wartet im Schauspielhaus die erste Premiere auf der großen Bühne auf Sie. Theater- und Opernregisseur Andreas Kriegenburg, ebenfalls ausgezeichnet mit dem Theaterpreis der faust und dem österreichischen Nestroy-Theaterpreis, inzeniert Anton Tschechows der kirschgarten. Tschechows letztes Stück zeigt ein Zögern und Verharren der Gesellschaft – und der Protagonisten seines Stückes – zwischen Rückwärtsgewandtheit und Zukunftsangst.

Das Premierenwochenendes beschließt eine Produktion der Büger:Bühne. Im ersten Stück unter dem neuen Leiter, Tobias Rausch, decken in schuldenmädchen-report sechs unbestechliche Reporterinnen die Schulden- und Schuldigkeitsfalle auf, in die besonders Frauen immer wieder geraten. In ironischer Anspielung auf die Softporno-Serie schulmädchen-report aus den 1970er Jahren lassen sie die ökonomischen Hüllen fallen und pfeifen auf die Schulden, die ihnen von anderen eingeredet werden. Es inszeniert Schauspielerin und Regisseurin Vanessa Stern.

Die Dresdner Premiere von ich werde nicht hassen von Izzeldin Abuelaish, inszeniert von Ensemblemitglied Fanny Staffa, steht am 22. September um 19.00 Uhr im Kleinen Haus 3 auf dem Spielplan.

Izzeldin Abuelaish ist der erste palästinensische Arzt aus Gaza, der in einem Krankenhaus in Israel arbeitet. Bei einem Anschlag werden drei seiner Kinder getötet – aber Abuelaish lässt sich in die Spirale aus Hass und Gewalt nicht hineinziehen und stellt fest: „Hass kam und kommt mir nicht in den Sinn“. In einer gekürzten Form wird diese Inszenierung vom Staatsschauspiel Dresden auch für Aufführungen in Klassenzimmern angeboten.

Armin Petras bringt am 27. September, 19.30 Uhr, eines der am meisten gespielten Stücke des deutschsprachigen Theaters auf die Bühne des Schauspielhauses: mutter courage und ihre kinder. eine Chronik aus dem dreissigjährigen krieg von Bertolt Brecht. Brecht schrieb das Stück kurz vor Beginn des Zweiten Weltkrieges im schwedischen Exil. Darin entwarf er anhand des historischen Dreißigjährigen Krieges nicht nur starke Bilder für die damals unmittelbar bevorstehende Verwüstung Europas. Er führte genauso vor, dass Kriege vordergründig „aus Gottesfurcht und für alles, was gut und schön ist“, geführt werden, dass letztlich aber die Gewinne in der Kasse und nicht auf dem Schlachtfeld zählen. Die Inszenierung entsteht in Koproduktion mit dem Ungarischen Theater in Cluj und wird mit freundlicher Unterstützung des Förderverein Staatsschauspiel Dresden e.V. realisiert.