Stadion-Streit führt in Sackgasse – Prominente setzen sich für Einigung ein

In einem offenen Brief an die Presse haben sich bekannte Persönlichkeiten für eine Einigung im Dresdner Stadion-Streit eingesetzt. Sie fordern die Stadt Dresden, die SG Dynamo und die Firma HBM auf, sich wieder an den Verhandlungstisch zu setzen.

Offener Brief:

Mit großer Besorgnis haben wir zur Kenntnis genommen, dass die Verhandlungen zwischen der Landeshauptstadt Dresden, der Firma HBM und der SG Dynamo Dresden über den künftigen Betrieb des derzeit noch im Bau befindlichen Fußballstadions in Dresden offensichtlich in eine Sackgasse geraten sind.

Mit Vorfreude und riesigen Erwartungen hatte die große Fangemeinde der SG Dynamo Dresden in der Stadt, dem Land Sachsen und der gesamten Bundesrepublik der Fertigstellung des neuen Stadions entgegengefiebert.

Hoch waren die Erwartungen, dass durch ein modernes Stadion die wirtschaftliche Situation des Vereines nachhaltig verbessert und dessen sportliche Perspektive stabilisiert werden kann. Die Stadt Dresden sollte über einen dann wieder erfolgreicheren Verein einen positiven Imagetransfer erfahren und zusätzlich von regional-ökonomischen Effekten profitieren.

Die Firma HBM wollte einmal mehr unter Beweis stellen, dass sie zweckmäßige und attraktive Stadien baut. Nunmehr scheinen sich diese hoffnungsfrohen Vorstellungen in das Gegenteil zu verkehren: Ein nicht genutztes Stadion mitten im Herzen der Landeshauptstadt Dresden, ein Fußballverein, welcher trotz aller organisatorischer und sicherheitstechnischer Bedenken in der neuen Saison 38 Auswärtsspiele bestreiten wird, eine Betreibergesellschaft, die das wohl schönste Stadion im Osten der Republik nicht seinem eigentlichen Zweck zuführen kann.

Wir fordern alle Beteiligten auf: Beenden Sie alsbald die gegenseitigen Schuldzuweisungen über die Medien und kehren Sie wieder an den Verhandlungstisch zurück! Rücken Sie von festgefahrenen Verhandlungspostionen, persönlichen Vorbehalten und eigenen Interessen zum Wohle eine kreativen und tragfähigen Vertragskonstruktion ab.

Sichern Sie gemeinsam durch nachhaltige und faire vertragliche Regelungen sowohl den bestimmungsgemäßen Gebrauch des Stadions als auch den wirtschaftlichen Weiterbestand der SG Dynamo Dresden und damit die Fortsetzung des Profi-Fussballes in der Stadt.

Werden Sie sich bitte der Verantwortung bewußt, in den nächsten Tagen nicht nur über das Schicksal eines Fussballvereins, sondern über die Herzensangelegenheit zehntausender Menschen in und außerhalb Sachsens, über die Aufrechterhaltung einer mehr als 55-jährigen Fussballtradition zu entscheiden.

Lassen Sie nicht zu, dass dieser Verein am neuen Stadion zugrunde geht.  

Unterzeichner in alphabetischer Reihenfolge:          

Berger, Jörg (Fussballtrainer, Autor)
Brinkmann, Ansgar (Fussballprofi)
Czudaj, Harald (Olympiasieger 1994)
Drogan, Bernd (Weltmeister 1979,1981,1982)
Emmerlich, Gunter (Opernsänger, Entertainer)
Fleischer, Annett (Schauspielerin, Moderatorin)
Förster, Kerstin (Olympiasiegerin 1988)
Haueisen, Sylvia (Managerin Profi-Team Continental-Milram)
Hölzel, Yvonne (Model)
Kaiser, Roland (Schlager-Star)
Kreische, Hans-Jürgen (Dynamo-Idol, Torschützenkönig)
Kirsten, Ulf (Dynamo-Idol, Torschützenkönig)
Luding, Christa (Olympiasiegerin 1984, 1988)
Otto, Werner (Weltmeister 1969, 1971)
Rehmer,Marko (Vizeweltmeister 2002)
Steffen, Britta (Doppelolympiasiegerin 2008)
Stumph, Wolfgang (Schauspieler, Kaberettist)
Sobotzik,Thomas (Fussballprofi)
Wessels, Gesine (Mode-Designerin)

PS von Gunter Emmerlich: Darüberhinaus möchte ich die Dynamospieler bitten, eine  dem Traditionsverein gerecht werdende Spielweise an den Tag zu legen. Nur mit Statisten kann man auch kein Opernhaus führen.

Zuschauernachricht von Karsten Schmidt.

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Mehr dazu erfahren Sie in der Drehscheibe Dresden, stündlich ab 18 Uhr auf DRESDEN FERNSEHEN.