Stadtbad-Skandal: Erster Tag vor Gericht

Mit Spannung ist der erste Verhandlungstag des Stadtbad-Skandals am Dienstag vor dem Landgericht Chemnitz erwartet worden.

Das Interesse war daher nicht nur bei den Medien sehr groß. Der Sitzungssaal 036 im Erdgeschoss war mehr als gut gefüllt.

Die Chemnitzer wollen wissen, was die Frau mit ihrem Geld gemacht hat. Über neun Jahre hinweg soll die ehemalige Hauptkassiererin des Stadtbades mehr als 1,1 Millionen Euro Beiseite geschafft haben. Bei der Verhandlung geht es allerdings um etwa 900.000 Euro, ein Teil der Unterschlagungen ist bereits verjährt.

Nach Aussage der Staatsanwaltschaft nahm sich die ehemalige Stadtangestellte am Tag bis zu 2.500 Euro aus der Kasse. Im März vergangenen Jahres flog der Skandal auf. Drei ihrer Vorgesetzten wurden daraufhin gekündigt, einen blauen Brief muss die Stadtverwaltung aber jetzt offenbar zurück nehmen. Ein direkter Vorgesetzter der 53-Jährigen, ein Sachgebietsleiter, klagte in der ersten Instanz erfolgreich gegen die Kündigung.

Klagen wird nun aber vor allem die Staatsanwaltschaft: Unterschlagung in 732 Fällen. Das Geld Beiseite zu Schaffen ist die eine Seite, dafür grade zu stehen eine ganz Andere. Das bekam die ehemalige Hauptkassiererin am Dienstag zu spüren.

Ob sich ihr erneutes Geständnis strafmildernd auf das Urteil auswirkt, werden die kommenden Verhandlungstage zeigen. Das Strafmaß für Unterschlagung zumindest ist in großen Teilen abgesteckt, im aktuellen Fall sind bis zu 15 Jahre Haft möglich.

Die Chemnitzer werden den Prozess gegen die ehemalige Hauptkassiererin sicher auch weiter aufmerksam verfolgen. Inzwischen wird auch nicht mehr ausgeschlossen, dass im Laufe dessen vielleicht sogar weitere Namen an die Öffentlichkeit gelangen, die möglicherweise in den Skandal verwickelt sind.

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