Stadtgeschichtliches Museum: Online-Publikation

Broschüre „Die Leipziger Stadtverwaltung und die Deportation der Juden im NS-Staat“ ist als Online-Publikation erschienen.

Anknüpfend an das vom Stadtgeschichtlichen Museum betriebene Forschungs- und Ausstellungsprojekt „Spuren jüdischen Lebens in Leipzig“ wird nun die von Steffen Held verfasste Publikation „Die Leipziger Stadtverwaltung und die Deportation der Juden im NS-Staat“ online vorgelegt.

Der Autor erschloss bisher unbekannte Quellen zum Thema und liefert neue Ergebnisse über die Rolle der Stadtverwaltung bei der Vorbereitung und Durchführung der Deportation jüdischer Bürger. Er weist nach, dass die Stadtverwaltung administrative Schnittstelle im lokalen nationalsozialistischen Machtgefüge war und als Hauptakteur im Prozess der sozialen Isolierung, Vermögensentziehung und physischen Bedrohung jüdischer Bürger im kommunalen Einflussbereich fungierte. Neben der Offenlegung der strukturellen Mitwirkung der Stadtverwaltung werden die unterschiedlichen Handlungsmotive und Handlungsweisen konkreter Personen untersucht, die in der 1939 eingerichteten „Judenstelle“ beschäftigt waren. Der letzte Teil dieser Studie ist den Opfern gewidmet. Einige Lebenswege der aus Leipzig deportierten und ermordeten Menschen jüdischer Abstammung werden skizziert und erhalten in biografischen Annäherungen ein Gesicht.

Die Publikation „Die Leipziger Stadtverwaltung und die Deportation der Juden im NS-Staat“ steht ab Donnerstag auf der Museumshomepage als Download kostenlos zur Verfügung.

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