Stadtgesundheitsprofil 2012 – die meisten Dresdner fühlen sich gesund und sind fit

Mehr als 75 Prozent der Befragten bis zum Alter von 44 Jahren geben an, sich gesund und wohl in der Stadt zu fühlen. Nur fünf Prozent bewerten ihren Gesundheitszustand als schlecht. +++

Sozialbürgermeister Martin Seidel stellte Freitag den aktuellen Gesundheitsbericht Dresdens, das Stadtgesundheitsprofil 2012 vor. Mehr als 75 Prozent der Befragten bis zum Alter von 44 Jahren geben an, sich gesund und wohl in der Stadt zu fühlen. Im Durchschnitt aller befragten Altersgruppen schätzten 58 Prozent ihren Gesundheitszustand als gut ein, 36 Prozent als einigermaßen zufriedenstellend und nur fünf Prozent bewerten ihn als schlecht. Das Gesundheitsprofil berücksichtigt dabei aktuelle Daten aller Altersgruppen in Dresden. Er gibt einen Überblick über die gesundheitliche Lage der Bevölkerung, das Gesundheitsverhalten der Menschen sowie die gesundheitliche Versorgung in der Landeshauptstadt. „Besonders wichtig war uns, die vorhandenen Daten möglichst auf Stadtteile zu differenzieren. Nur so können wir anschließend mit Hilfe der Experten aus der gesamten Stadtverwaltung und dem städtischen WHO-Projekt gezielt Handlungsschwerpunkte herausarbeiten“, so Sozialbürgermeister Martin Seidel.

Da die Gesundheit eines Menschen im Wesentlichen auch von Ernährung und körperlichen Aktivität bestimmt wird, wurden Daten zum Body-Mass-Index sowie zur körperlichen Aktivität in Dresden betrachtet. Annähernd 50 Prozent der Frauen und mehr als 40 Prozent der Männer weisen erfreulicherweise einen normalgewichtigen BMI-Wert (1) auf. Allerdings sind etwa 40 Prozent der Männer und mehr als 20 Prozent der Frauen mit einem BMI-Wert zwischen 25 und 30 übergewichtig. Übergewicht kann das Krankheitsrisiko erheblich erhöhen. Aufklärung muss hier frühzeitig ansetzen.

Die Dresdnerinnen und Dresdner halten sich fit. In den Altersgruppen von 16 bis 74 Jahren treiben über 60 Prozent ein- oder mehrmals in der Woche Sport bzw. sind körperlich aktiv. Über 40 Prozent der 16- bis 24-Jährigen treiben sogar mindestens zwei- bis dreimal in der Woche Sport. Dabei sind in den Stadtteilen Loschwitz und Schönfeld-Weißig die Bürgerinnen und Bürger besonders aktiv (2). Um die körperliche Aktivität zu fördern gibt es Angebote wie beispielsweise die Stadtteilrundgänge in Dresden-Gorbitz, der Westhanglauf sowie das Projekt „Kids fit und aktiv in Dresden“ des Gesundheitsamtes.

„Vor dem Hintergrund steigender Kinderzahlen, haben wir im Stadtgesundheitsprofil auch die kleinen Dresdnerinnen und Dresdner ganz besonders in den Blick genommen“, so der Sozialbürgermeister. Die Daten des Kinder- und Jugendärztlichen Dienstes ermöglichen eine Reihe von verlässlichen Aussagen über den Gesundheitszustand der Dresdner Kinder. Bei Betrachtung der Entwicklung von Sprachauffälligkeiten im Kindergartenalter (die eindeutig von Sprachstörungen abzugrenzen sind), zeigen sich positive Entwicklungen. „Das ist sowohl durch die qualifizierte Arbeit des Personals in den Kindertageseinrichtungen, durch die zunehmende Sensibilisierung der Gesellschaft für die Bedeutung des Sprachvermögens als auch durch gezielte Projekte mit zusätzlichem Engagement in ausgewählten Stadtteilen bzw. Kindertageseinrichtungen erreicht worden. Hervorzuheben ist dabei das ganzheitliche Projekt KiNet in Gorbitz und in Prohlis“, sagt Dr. Elke Siegert, Abteilungsleiterin des Kinder- und Jugenärztlichen Dienstes.

Handlungsbedarf sieht der Kinder- und Jugendärztliche Dienst bei den BMI-Werten der Kinder einzelner Schulen. Die meisten Kinder mit einem erhöhten BMI-Wert gehen auf Förderschulen. Im Rahmen des Projektes „Kids fit und aktiv in Dresden“ stellt sich das Gesundheitsamt dieser Herausforderung. In einem ersten Modellvorhaben übernehmen eine Ernährungsberaterin und eine Sporttherapeutin unterrichtsbegleitend im Albert-Schweitzer-Förderzentrum kurzzeitig den Staffelstab des Lehrers. In der Schule werden die Kinder durch anschauliche und kurzweilige Art begeistert, sich ausgewogen zu ernähren und Spaß an der Bewegung zu haben. Derzeit wird überlegt, wie dieses Modellprojekt auch in anderen Schulen mit geeigneten Partnern integriert werden kann.

Mit der Vorlage des Stadtgesundheitsprofils 2012 ist die Arbeit des WHO-Projektes nicht abgeschlossen. Im Rahmen einer im Frühjahr 2013 stattfindenden Gesundheitskonferenz mit politischen Vertretern, Fachleuten, Vertretern der Sächsischen Landesärztekammer sowie der Krankenkassen werden konkrete Maßnahmen zur weiteren Förderung der Gesundheit der Dresdnerinnen und Dresdner entwickelt. Die Beauftragte des WHO-Projektes „Gesunde Städte“, Dr. Peggy Looks, erklärt: „Wir wollen gemeinsam diskutieren, was mit den Partnern und Akteuren umzusetzen ist. Um Maßnahmen nachhaltig zu etablieren, bedarf es der Unterstützung der politischen Vertreter, die dem Beirat „Gesunde Städte“ angehören“.

Interview im Video mit Sozialbürgermeister Martin Seidel

Quelle: Stadt Dresden

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