Stadtlauf und Stadtderby am Sonntag – Droht Leipzig ein Sicherheitschaos?

Alle Leipziger, die weder Lauf- noch Fußballinteressiert sind, sollten die Innenstadt am kommenden Sonntag meiden. Denn fast zeitgleich finden der Leipziger Stadtlauf und das große Derby zwischen Lok Leipzig und RB Leipzig statt. +++

Die Maßnahmen des Leipziger Ordnungsamtes zum Sportcheck Stadtlauf sind hinlänglich bekannt: Auf der gesamten Laufstrecke wird es zu umfangreichen Verkehrseinschränkungen für den gesamten Fahrverkehr kommen. Ab 5:30 Uhr werden die Fahrspuren auf dem inneren Ring des Roßplatzes zwischen Augustusplatz und Universitätsstraße gesperrt. Ab 9 Uhr ist dann die gesamte Laufstrecke gesperrt. Hier wird das Ordnungsamt mit eigenen Kräften sowie Ordnern vom Veranstalter absichern. Eigentlich keine große Sache, lediglich ärgerlich für alle Nicht-Läufer bzw. Laufinteressierten.

Die Absicherung des Laufes ist aber ein Kinderspiel im Vergleich zu dem, was im Rahmen des Regionalliga-Stadtderbys zwischen Lok Leipzig und RB Leipzig statffinden wird. Denn bei diesem Spiel handelt es sich laut dem Leipziger Ordnungsamtsleiter Helmut Loris „…um eine Begegnung der Regionalliga Nordost, welche in die Sicherheitskategorie 2 eingestuft ist. In diesem Zusammenhang sind u. a. auch Maßnahmen zur Fantrennung festgelegt.“

Heißt soviel, dass rund um das Stadion mit verstärkter Polizeipräsenz zu rechnen ist, um die Lok-Fans und die RB-Anhänger voneinander zu trennen. Ganz zu schweigen von den neutralen Fußballfans, die sich auf das Stadtderby freuen. Hierzu „…erfolgt eine Sperrung der Straße Am Sportforum von der Einfahrt ARENA bis zur Goyastraße ab 10:00 Uhr. Außerdem werden relevante Bereiche abgegittert und durch Polizeieinsatzkräfte und Security personell abgesichert.“, so Loris zu den entsprechenden Ordnungsmaßnahmen.

Um schon im Vorfeld ein Aufeinandertreffen beider Fanlager zu vermeiden, werden die Lok-Fans aus nördlicher Richtung zum Stadion anreisen, die RB-Anhänger kommen von der Jahnallee aus in die Red Bull Arena.

„Im Übrigen wird grundsätzlich dringend empfohlen, mit öffentlichen Verkehrsmitteln anzureisen oder alternativ bei Anreisenden aus dem Leipziger Umfeld die bekannten P+R-Parkplätze anzufahren. Die LVB wird zusätzliche Bahnen einsetzen und die Gleisschleife in der Feuerbachstraße befahren.“, so Ordnungsamtsleiter Loris weiter.

Doch wer jetzt gedacht hat, damit wären alle Sperrungen, Sicherheitsmaßnahmen und andere Einschränkungen abgehandelt, der liegt falsch! Denn die Fans des 1. FC Lokomotive Leipzig werden im Vorfeld der Partie einen Fanmarsch „mit voraussichtlich 1.500 Fußballfans“ unternehmen. Die Lok-Anhänger starten von der Westseite des Hauptbahnhof Richtung Stadion. Ein sicherheitstechnischer Kraftakt für die Leipziger Ordnungshüter.

„Diese so genannte übermäßige Straßenbenutzung wurde vom Ordnungsamt auf Basis der einschlägigen Rechtsnormen der Straßenverkehrsordnung (StVO) erlaubt und mit entsprechenden Auflagen verbunden. Dabei handelt es sich u. a. um das Verbot des Mitführens von Glasflaschen, Verbot der Verunreinigung von Straßenteilen, Benutzung der rechten Fahrbahnseite, keine Behinderung des Gegenverkehrs. Einsatzkräfte des Polizeivollzugsdienstes sowie städtische Vollzugsbedienstete des Ordnungsamtes sichern neben eigenen Ordnern den ordnungsgemäßen Ablauf“, so Helmut Loris zu den Maßnahmen rund um den Lok-Fanmarsch.

Der kommende Sonntag kann also ziemlich hektisch werden in Leipzig. Bleibt zu hoffen, dass alle Veranstaltungen friedlich ablaufen und es wirklich nur sportlich heiß her geht…