Stadtobjekt „Zur Wetterwarte 34“ soll Asylantenunterkunft werden

Die Landeshauptstadt Dresden plant, das stadteigene Objekt „Zur Wetterwarte 34“ in Klotzsche zu einer Gemeinschaftsunterkunft für maximal 60 Asyl suchende Menschen umzubauen. +++

Wegen der für die nächsten Jahre prognostizierten gleichbleibend hohen Zahl von Asylantragstellern plant die Landeshauptstadt Dresden, das stadteigene Objekt „Zur Wetterwarte 34“ in Klotzsche zu einer Gemeinschaftsunterkunft für maximal 60 Asyl suchende Menschen umzubauen. Eine entsprechende Beschlussvorlage wird die Verwaltung in die Gremien des Stadtrates und den Ortsbeirat Klotzsche einbringen. Wie Sozialbürgermeister Martin Seidel dazu mitteilt, sollen in das bis September 2012 als Außenstelle des Gymnasiums Klotzsche genutzte und jetzt leer stehende Gebäude rund 450 000 Euro investiert werden. Soweit der Stadtrat auf seiner Sitzung am 28. Februar 2013 dem Vorschlag zustimmt, könnten das neue Wohnheim im Januar 2014 bezogen werden.

Die Erweiterung der bestehenden Unterbringungskapazitäten für Asylbewerber ist dringend notwendig, um dem gestiegenen Bedarf dauerhaft gerecht werden zu können. „Auch wenn uns der Freistaat Sachsen noch keine offiziellen Zahlen genannt hat, gehen wir aufgrund der Einschätzung des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge vom November letzten Jahres auch für die kommenden Jahre von mindestens gleichbleibend hohen Asylbewerberzahlen aus“, erläutert Bürgermeister Martin Seidel. Zum Ende des Jahres 2012 stiegen die Zuweisungszahlen des Landes von anfänglich 378 auf insgesamt 470 Personen an. Die kurzfristige Erhöhung um knapp zwanzig Prozent machte die Nutzung von Interimsstandorten wie dem mittlerweile geschlossenen Herbergsschiff „Koje“ unumgänglich. „Das Jahr 2012 hat gezeigt, dass wir neben den bereits bestehenden acht Übergangswohnheimen dringend eine weitere Gemeinschaftsunterkunft in Dresden benötigen. Nur so sind wir hinreichend flexibel aufgestellt, unsere Pflicht zur Aufnahme von Flüchtlingen erfüllen zu können“, so Bürgermeister Martin Seidel weiter.

Gegenwärtig leben etwa vierzig Prozent der 870 Dresdner Asylsuchenden dezentral in eigenen oder städtischen Wohnungen. Nach den Worten von Bürgermeister Martin Seidel soll „der Anteil dezentraler Unterkünfte auch in Zukunft mit Nachdruck ausgebaut werden.“ Bis Dezember 2012 sind dafür von der Stadt 21 Wohnungen neu angemietet worden. Weitere Anmietungen sind bereits in diesem Monat geplant. Martin Seidel weiter: „Doch gerade für Neuankommende sind die vorhandenen Ansprechpartner in einem Übergangswohnheim eine dringend erforderliche Hilfe. Hier haben sie die Möglichkeit, aus einem eingerichteten und geschützten Raum heraus, erste Berührungspunkte mit der für sie noch fremden Kultur zu erleben.

Gerade die angrenzenden Grünflächen und die gewollt lockere Belegung in großzügig bemessenen Räumen lassen traumatische Erfahrungen verblassen und sollen den Asylsuchenden in einem nächsten Schritt einen möglichen Übergang in eigene Wohnungen erleichtern.“ Die Gesamtkapazität an Wohnheimplätzen lag zum Ende des Jahres 2012 bei 588 Plätzen. Mit dem neuen Wohnheim in Klotzsche würde die Gesamtkapazität auf 594 Plätze steigen.

Quelle: Landeshauptstadt Dresden

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