Stadträtin Christa Müller plötzlich verstorben

Dresden - Gestern Abend wurde bekannt, dass Christa Müller verstorben ist. Am Dienstag Abend wurde ihr Leichnam in ihrer Wohnung gefunden. Die Todesursache ist bislang unklar. Seit 1990 hatte die 65-Jährige als Abgeordnete der CDU im Stadtrat die Interessen der Landeshauptstadt vertreten.

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Weggefährten und Freunde reagierten bestürzt auf den unerwarteten Tod Müllers.  Der Vorsitzenden der Stadtratsfraktion Jan Donhauser habe diese Nachricht unerwartet und mit großer Bestürzung erfahren, heißt es. In einer ersten Reaktion äußerte er: "Mit Christa Müller verliert Dresden eine große Kommunalpolitikerin, die die Stadt seit der Friedlichen Revolution 1989 nachhaltig mitgestaltet hat. Mit ihr sind untrennbar die Wiederaufbaujahre nach 1990 verbunden. Sie wird uns allen fehlen. Wir sind in dieser schweren Stunde mit unseren Gedanken bei ihrer Familie und bei ihren Freunden“, so Donhauser. 

Stellvertretend für den CDU Kreisverband äußerte sich Christian Hartmann, Landtagsabgeordneter und ehemaliges Mitglied des Stadtrates, zum Tod des langjährigen Kollegin.

„Mit Christa Müller verbindet mich ein langer politischer Weg und ich bin ihr sehr dankbar für die vielen gemeinsamen Begegnungen. Ihr Engagement, ihre Ideen und ihr Gestaltungswille werden uns in dauerhafter Erinnerung bleiben."

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Oberbürgermeister Dirk Hilbert bekundete ebenfalls sein aufrichtiges Beileid. „Zuerst gilt unsere Anteilnahme der Familie und den engsten Freunden von Christa Müller. Ich wünsche Ihnen allen im Namen der Landeshauptstadt Dresden in diesen schwierigen und traurigen Augenblicken viel Kraft und Trost.

 Auch für uns ist dies ein schwerer Verlust. Christa Müller hat mit so viel Engagement und Energie in den vergangenen 28 Jahren die Kommunalpolitik in Dresden geprägt, dass es schwer fällt, alle diese Verdienste aufzuzählen. Sie hat wie kaum eine andere Person in der Zeit nach der Wende im Stadtrat beharrlich nach den besten Lösungen für die Stadt gesucht. Christa Müller hatte dabei keine ideologischen Schranken, sondern war immer gesprächs- und
kompromissbereit, um die Herausforderungen in Dresden anzupacken. [...] Die Bürger dieser Stadt, die ihr viel zu verdanken haben, die Stadtverwaltung und ich persönlich werden das Andenken an Christa Müller in Ehren bewahren."

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Auch parteiübergreifend wurde mit Bestürzung auf den Tod des Kommunalpolitikerin reagiert. Andre Schollbach, Fraktionsvorsitzender der Fraktion DIE LINKE, teilte sein Beileid in einer Pressemittleilung mit.

"Christa Müller genoss über Fraktionsgrenzen hinweg eine hohe Anerkennung und Wertschätzung. Trotz unterschiedlicher politischer Standpunkte war die Zusammenarbeit mit ihr stets von Fairness und Sachlichkeit geprägt. Ihr viel zu früher Tod macht uns betroffen und traurig. Sie wird uns fehlen."

Auch die SPD-Fraktion teilte über ihre Vorsitzende, Dana Frohwieser, ihre Bestürzung über den Tod der Kollegin mit.

„Noch in der vergangenen Woche haben wir zusammen gesessen und um Kompromisse in der Dresdner Kulturpolitik gerungen, gemeinsam und vereint im Ziel, die vielfältige Kulturlandschaft Dresdens zu stärken und gute Arbeitsbedingungen für die Menschen zu schaffen. Diese Nachricht hinterlässt mich fassungslos.“

Christa Müller war seit 28 Jahren Stadträtin in der Landeshauptstadt Dresden. Unter anderem führte sie die Fraktion als deren Vorsitzende und war in den letzten Jahren als kulturpolitische Sprecherin für die vorbildhafte Entwicklung unserer Kunst- und Kulturstadt verantwortlich. Außerdem kümmerte sie sich als Vorsitzende des Petitionsausschusses jahrelang um die kleinen und großen Sorgen der Dresdnerinnen und Dresdner. Ihr politisches Vermächtnis wird die Schuldenfreiheit Dresdens bleiben und in den einzigartigen Kulturbauten Kunstkraftwerk und Kulturpalast dauerhaft für alle erlebbar sein.