Stadtrat beschließt: DREWAG wieder ganz in Dresdner Hand, Sozialbauquote kommt

Dresden - Der Stadtrat hat am Donnerstagabend einstimmig beschlossen, das städtische Energieversorgunsunternehmen DREWAG vollständig zurückzukaufen. Bislang hatte das Münchner Aktienunternehmen Thüga noch zehn Prozent der Anteile am Unternehmen gehalten und damit große Gewinne erzielt. Diese sollen in Zukunft in die Kassen der Landeshauptstadt fließen, unter anderem auch, um ein weitere kommunale Unternehmen finanziell zu stärken.

Eine vollständig in städtischer Hand liegende DREWAG bietet neben höheren Einnahmen aber auch noch einen strategischen Vorteil: Die Stadt Dresden erhofft sich Synergieeffekte von einer dann geplanten Fusion der DREWAG mit dem ebenfalls kommunalen Versorger ENSO. Dadurch soll ein regionaler Versorgungskonzern mit mehr als 3000 Mitarbeitern in kommunalem Besitz geschaffen werden. Der Rückkauf der DREWAG-Anteile dürfte aber kostspielig werden: Bereits 2013, als der Stadtrat die Rekommunalisierung noch mehrheitlich ablehnte, war deren Wert auf fast 100 Millionen Euro taxiert worden. Der nun im Jahr 2019 von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft BDO festgestellte kolportierte Kaufwert dürfte noch einmal deutlich darüber liegen. Das letzte Wort ist in dieser Angelegenheit allerdings noch nicht gesprochen. Der Stadtrat hat vor, ein Schlichtergutachten zum Vergleich heranzuziehen, und verspricht sich davon eine signifikante Preisreduzierung. In seiner Sitzung hat der Stadtrat unter anderem außerdem mit knapper Mehrheit das Wohnkonzept 2025 für die Landeshauptstadt verabschiedet. Mit dem Beschluss soll sichergestellt werden, dass Dresden seinen Einwohnern ausreichend sozialen und bezahlbaren Wohnungsbau zur Verfügung stellen kann. Neben einem jährlichen Bericht zur Wohnungsmarktentwicklung sieht der Beschluss vor allem eine 30%-Sozialbauquote vor. Kommunale wie private Wohnungsunternehmen müssen in Zukunft ein knappes Drittel ihres geschaffenen Wohnraumes als Sozialwohnungen entsprechend der Richtlinien des Freistaates anbieten. Widerspruch gab es hierzu von CDU, FDP und AFD, die die Wirksamkeit eines städtischen Eingriffs in den Wohnungsmarkt in Frage stellen.  Am Freitag tagt der Stadtrat zu vielen weiteren Themen bis zu später Stunde noch einmal.