Stadtrat hat Dynamo-Abstieg eingeplant

Dresden - Der Fußballverein Dynamo Dresden wird sich wahrscheinlich nicht in der zweiten Liga halten können. Gründe dafür seien mangelnde Trainingszeit wegen einer Corona-bedingten Quarantäne und das Nachholen von acht Spielen in nur drei Wochen. Mit dem Abstieg in die dritte Liga würden auch wichtige Gelder wegfallen, die die Stadt ab dann zuschießen muss. Diese immerhin rund 1,5 Millionen Euro könnten in der Corona-Krise auch anders eingesetzt werden.

Wenn Dynamo Dresden eines hat, dann sind es leidenschaftliche Fans. Diese müssen stark sein, denn der Verein aus der Landeshauptstadt wird den Abstieg wahrscheinlich nicht verhindern können. Das belastet auch den Haushalt. In der zweiten Liga bekam der Verein bisher einen jährlichen Zuschuss von 135.000 Euro zur Finanzierung des Stadions. Mit dem Abstieg würde dieser auf rund 1,6 Millionen Euro ansteigen. Finazbürgermeister Peter Lames erklärt, die Stadt habe einen Vertrag mit der Betreibungsgesellschaft des Stadions, welche das Stadion errichtet hat, finanziert und betreibt. Der Preis dafür ist abhängig von der Liga. Dies liege an den Vermarktungsmöglichkeiten des Stadions, welche abhängig von der Fußballliga sind. Auch Fernsehrechte bringen in der zweiten und ersten Liga mehr ein.

Im Fall des Abstiegs in die dritte Liga müssen höhere Abgaben an die Projektgesellschaft gezahlt werden, so Lames. So kommen diese eineinhalb Millionen Euro Mehrausgaben für die Stadt zusammen. Auch, wenn in der aktuellen Lage rund um Corona jeder Euro gebraucht werden kann, muss dieser Betrag gezahlt werden. Es handle sich um langfristige Verträge zur Finanzierung des Stadions, an denen sich weder durch Corona noch einer Haushaltssperre etwas ändere. Das Szenario des Abstiegs war für den Stadtrat jedoch kein Schock.

André Schollbach, Fraktionschef der Linken im Dresdner Stadtrat und selber Dynamo-Fan sagt, die Haushaltsplanungen für die kommenden zwei Jahre würden aktuell laufen. Rein vorsorglich wurde dabei schon  eingeplant, dass mehr Ausgaben für den Fall des Abstiegs anfallen. man hoffe natürlich, dass ein baldiger Aufstieg gelingt - sowohl im sportlichen Sinne als auch mit Blick auf die Stadtkasse.

Schollbach war zuletzt damit aufgefallen, dass er das finanzielle Ausmaß des Abstiegs für die Landeshauptstadt publik machte. Das letzte Mal in der dritten Liga war Dynamo Dresden in den Saisons 2014/15 und 15/16. Auch damals hielten Fans und die Stadt zu dem Verein, da eine Fußballgemeinde einen sozialen wie auch kulturellen Wert hat, so Schollbach. Den Fußballverein weiterhin, wenn auch mit einer höheren Summe zu unterstützen bringt aber auch andere Vorteile. Es sei ein wichtiger Wirtschaftsfaktor, so Peter Lames. Für die Stadt sei es wichtig, dass jedes Wochenende bis zu 30.000 Menschen in das Stadion gelockt werden. Auch, wenn der Zuschuss steigt, sind es ungefähr sechs bis acht Euro pro Karte, die die Stadt zulegt. Für eine kommunale Infrastruktur sei dies jedoch kein hoher Preis. 

Die Stadt steht hinter Dynamo. Bleibt nur zu hoffen, dass bald wieder Fans auf die Tribünen dürfen, um den Verein anzufeuern und Ticketeinnahmen zu generieren.