Städtische Tochter QAD wird liquidiert

Die Qualifizierungs- und Arbeitsförderungsgesellschaft Dresden gibt es seit 1992. Sie hilft unter anderem Langzeitarbeitslosen bei der Integration am Arbeitsmarkt. Doch bald muss die Gesellschaft dicht machen. +++

Die Qualifizierungs- und Arbeitsförderungsgesellschaft Dresden auf der Könneritzstraße. Hier hat das Unternehmen seinen Sitz, von hier werden die Projekte gelenkt. Doch damit soll nun Schluss sein.
Die Stadt muss das Unternehmen liquidieren.

Interview mit Hartmut Vorjohann (CDU), Finanzbürgermeister im Video

Der Finanzbürgermeister will in der letzten Stadtratssitzung am 14. Juli dazu eine Vorlage einbringen. Darin heißt es:

Der Stadtrat beschließt die Auflösung der Qualifizierungs- und Arbeitsförderungsgesellschaft zum 30. Juni 2012.

Bis dahin sollen die noch laufenden zehn Projekte an andere Träger übergehen werden. Das gilt auch für das bekannteste Projekt der QAD, der Koje.

Interview mit Martin Seidel (parteilos), Sozialbürgermeister im Video

In den letzten 10 Jahren sind 8,5 Millionen Euro durch die Stadt zur QAD zugeflossen. Durch eine Rückzahlung dieser Summe wäre die Insolvenz sicher. Doch das will die Stadt vermeiden und wickelt die Gesellschaft ab.
Im Zuge dessen sollen am Ende von den bestehenden 50 Mitarbeitern noch maximal 19 übrig bleiben.

Im Aufsichtsrat der QAD sitzt auch Hans-Jürgen Muskulus von den Linken. Er sieht die Auflösung der Gesellschaft als Verrat der Stadt an seinen eigenen Bürgern. 

„… Mit scheinbaren betriebswirtschaftlichen Notwendigkeiten begründet, wurde der Tod auf Raten für die städtische Gesellschaft eingeleitet. Jetzt entzieht sich die Stadt ganz ihrer sozialen Verantwortung. Unter dem fadenscheinigen Vorwand, europapolitische Förderbedingungen bei der Beschäftigungsförderung würden verletzt werden, soll jetzt eine weitere funktionierende städtische Gesellschaft aufgelöst werden. Der Preis wird für uns alle hoch sein. Die Stadt produziert nunmehr selbst Arbeitslose.“

Auch wenn die QAD in gut einem Jahr nicht mehr existieren wird, werden die Projekte weiterhin zuschussbedürftig sein. Neben einem Zuschuss durch die Träger sollen sie auch durch das Sozialamt kofinanziert werden.
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