Stagniert die Energiewende in Sachsen?

Rund 60 Prozent des Energiebedarfs werden in Sachsen-Anhalt durch Sonne, Wind und andere erneuerbare Energien abgedeckt. Doch wie geht es in Sachsen weiter? Die Grünen befürchten ein Stagnieren in der Energiewende und werfen der schwarz-roten Regierung eine Blockadehaltung vor.

Laut den Grünen im Sächsischen Landtag ist das beschlossene Energie- und Klimaprogramm aus dem Jahr 2012 veraltet. Dort heißt es, 28 Prozent des Strombedarfs durch erneuerbare Energien im Jahr 2023 zu erreichen. Dieses Ziel ist längst erreicht, das Problem ist dass das Programm nicht weiter gedacht wird.

Der energiepolitische Sprecher der Grünen Gerd Lippold betonte am Mittwoch in Dresden, „die Regierung müsse endlich eine klare Ansage machen und sich zum Ausbau der erneuerbaren Energien bekennen. Die Wirkung einer solchen Aussage auf Landräte, Bürgermeister und Planungsbehörden sei nicht zu unterschätzen.“

Um etwa 70 Prozent des heutigen Strombedarfs aus erneuerbaren Energiequellen zu erhalten, werden zweimal mehr Anlagen als jetzt gebraucht. Derzeit besitzt Sachsen etwa 900. Doch die Neu-Installation fällt in den letzten Jahren im Ländervergleich niedrig aus. Noch sind solche Solaranlagen wie an der Leipziger Probsteikirche die Ausnahme im Stadtbild. Weniger als 50 Megawatt Solarleistung wurden im letzten Jahr aufgebaut, obwohl in Freiberg einer der größten Hersteller für Photovoltaik-Anlagen sitzt. Der Grund für den Rückgang: Es gibt nur noch etwa halb so viel Fördergeld wie im Jahr 2012.

Die SPD-Landtagsfraktion hat das Problem erkannt.

Interview mit Jörg Vieweg, SPD, Energiepolitischer Sprecher Sachsen

Noch schlechter fällt die Bilanz bei der Windenergie aus. Laut der Vereinigung zur Förderung der Nutzung Erneuerbarer Energien wurden im letzten Jahr nur 30 Windkraftanlagen neu gebaut. Obwohl der Weg ein anderer sein könnte.

Statement von Hans-Jürgen Schlegel, VEE Sachsen

In diesem Zusammenhang beklagen die Grünen vor allem ein Versagen in Hinblick auf die Genehmigungsbehörden. Die SPD hat jetzt klare Ziele gesetzt.

Interview mit Jörg Vieweg, SPD, Energiepolitischer Sprecher Sachsen

Bis 2025 will die SPD 45 Prozent, bis 2035 60 Prozent und 2050 100 Prozent aus erneuerbaren Energien schaffen.