Stark sinkende Übernachtungszahlen in Chemnitz

Laut dem Landestourismusverband Sachsen hat die Stadt Chemnitz im vergangenen Jahr knapp 480.000 Übernachtungen verbucht.

Das entspricht einem deutlichen Minus von 8,2 Prozent. Damit ist die Region Chemnitz Schlusslicht im Landesvergleich. Während Dresden und weitere sächsische Regionen einen geringeren Rückgang der Übernachtungen verzeichnen mussten, kann man in Leipzig sogar ein leichtes Plus verbuchen.

Nach Ansicht des Landtagsabgeordneten und tourismuspolitischen Sprechers der SPD-Fraktion Jörg Vieweg hat die Stadt Chemnitz die Entwicklung im Tourismusbereich verschlafen.

Interview: Jörg Vieweg (SPD), Tourismuspolitischer Sprecher der Landtagsfraktion

Bei der für Tourismusmarkting zuständigen Chemnitzer Wirtschaftsförderungs- und Entwicklungsgesellschaft (CWE) sieht man die Zahlen des Landestourismusverbandes in einem anderen Licht.

So würden die Statistiken des Verbandes nicht die Rückmeldungen der Chemnitzer Hoteliers widerspiegeln, die die Situation der Übernachtungen deutlich positiver beschreiben.

Bei der Chemnitzer Industrie- und Handelskammer pflichtet man der Argumentation der CWE bei. Hier sieht man die aktuellen Zahlen in Zusammenhang mit der Entwicklung in den Vorjahren.

Interview: Silvio Sabrowski, Referent für Gastronomie/Tourismus – IHK Chemnitz

Laut IHK würden sich die Chemnitzer Hotels sicher den ein oder anderen Übernachtungsgast mehr wünschen. Gerade als touristisches Ziel habe die Stadt sicher noch Entwicklungspotential.

Der Löwenanteil der Übernachtungen in Chemnitz hätten allerdings einen anderen Hintergrund.

Interview: Silvio Sabrowski, Referent für Gastronomie/Tourismus – IHK Chemnitz

Landtagsmitglied Jörg Vieweg bezeichnet den Austritt der Stadt Chemnitz aus dem Landestourismusverband 2014 als großen Fehler. Eine Rückkehr in die touristische Familie Sachsen und eine stärkere Kooperation würde Chemnitz gut tun.

Die Stadt habe viel zu bieten.

Interview: Jörg Vieweg (SPD), Tourismuspolitischer Sprecher der Landtagsfraktion

Auf Seiten der Industrie- und Handelskammer sieht man vor allem den fehlenden Anschluss an den Bahnfernverkehr als Nachteil für Chemnitz. Zudem unterstütze man die Forderung nach einem Kongresszentrum, das mehr Übernachtungsgäste in die Stadt locken würde.