Statt Kohl-Denkmal: FDP und CDU schlagen “Dresdner Revolutionsweg“ vor

Zastrow: “Gedenkweg soll für den Verlauf der friedlichen Revolution von 1989 bedeutende Orte, Straßen und Plätze kennzeichnen und verbinden“. +++ 

FDP- und CDU-Fraktion werden in den kommenden Tagen einen gemeinsamen Ersetzungsantrag zur Schaffung eines „Dresdner Revolutionsweges“ für den Interfraktionellen Antrag A0296/10 einbringen.

Zum Inhalt des Antrages erklärt der Vorsitzende der FDP-Stadtratsfraktion Holger Zastrow:

„Der Gedenkweg soll die für den Verlauf der friedlichen Revolution von 1989 bedeutende Orte, Straßen und Plätze kennzeichnen und verbinden. Dadurch sollen die Ereignisse im Gedächtnis der Bürger und der Besucher der Stadt verankert und an die herausragende Rolle erinnert werden, die Dresden 1989 gespielt hat. Durch die Proteste Plauen, Leipzig und Dresden wurden Wende und Einheit erst möglich und wurde Sachsen zum Land der friedlichen Revolution.

Zumindest folgende Orte, Straßen und Plätze, die im Stadtbild und in der Stadtgeschichte untrennbar mit dem Aufbruch zur Demokratie und dem Weg zur Deutschen Einheit verbunden sind, sind dabei in den „Revolutionsweg“ aufzunehmen. Diejenigen davon, die noch nicht hinsichtlich ihrer Bedeutung für den Verlauf der Friedlichen Revolution in Dresden gekennzeichnet sind, sollen dabei eine entsprechende Würdigung erfahren, beispielsweise durch das Anbringen von Gedenktafeln:

· Hauptbahnhof: Zur Erinnerung an die Proteste vom 3. bis 5. Oktober 1989 anlässlich der durchfahrenden Züge mit den „Flüchtlingen“ der Prager Botschaft

· Schauspielhaus: Zur Erinnerung an den Protest des Ensembles des Dresdner Schauspielhauses, welches am 6. Oktober am Schluss einer Vorstellung die Resolution „Wir treten aus unseren Rollen heraus“ unter dem Beifall des Publikums verlas und damit gegen die gewaltsamen Übergriffe der letzten Tage protestierte.

· sog. Prager Platz: Zur Erinnerung an die Demonstration am 8. Oktober 1989, die Bildung der Gruppe der 20 und den Eintritt in einen friedlichen Dialog mit der DDR-Staatsmacht

· Rathaus: Zur Erinnerung an die Rathaus-Gespräche zwischen der Gruppe der 20 und Oberbürgermeister Wolfgang Berghofer am 9.10.1989 und den folgenden Tagen

· Kreuzkirche, Kathedrale, Christuskirche und Versöhnungskirche: Zur Erinnerung an die großen Informationsveranstaltungen über die Ergebnisse der ersten Rathausgespräche der Gruppe der 20 am 9. Oktober und zur Würdigung der herausragenden Bedeutung der Kirchen, die der Opposition Schutzraum vor Repressionen boten und eine Ersatzöffentlichkeit schufen

· Theaterplatz: Zur Erinnerung an die Demonstrationen am 23. Oktober (Massendialog) und am 19. November (Künstlerdemonstration), bei denen über jeweils zwischen 50.000 und 100.000 Menschen für ihre Recht auf Freiheit, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit eintraten

· Cockerwiese/Straßburger Platz: Zur Erinnerung an die Demonstrationen (Massendialog) vom 26. Oktober und die erste offiziell genehmigte Montagsdemo auf dem damaligen Fuèíkplatz am 6. November

· Gedenkstätte Bautzner Straße: Zur Erinnerung an die Besetzung der MfS-Bezirksverwaltung am 5. Dezember 1989

· Neumarkt: Zur Erinnerung an die Großkundgebung der Dresdner Bevölkerung am 19. Dezember 1989 auf dem Neumarkt, den an diesem Tag erstmals von tausenden Dresdnerinnen und Dresdnern vorgebrachten Ruf „Deutschland einig Vaterland“ und die besonders für die Wiedererlangung der Deutschen Einheit historisch bedeutende Rede des Bundeskanzlers Helmut Kohl vor der Ruine der Frauenkirche

· Hotel Bellevue: Zur Erinnerung an den Ort der ersten Verhandlungen zur deutschen Wiedervereinigung zwischen BRD- und DDR-Vertretern und die Treffen zwischen dem Bundeskanzler der Bundesrepublik, Helmut Kohl und dem Ministerpräsidenten der DDR, Hans Modrow.

· Dreikönigskirche: Zur Erinnerung an den Ort der Konstituierung des ersten frei gewählten Sächsischen Landtages am 27. September 1990

· Frauenkirche: Als Symbol für die Vollendung der Deutschen Einheit

Dem Stadtrat sollen ein Konzept sowie Gestaltungsvarianten für den „Dresdner Revolutionsweg“ bis zum 30.11.2011 vorgelegt werden.“

Quelle: FDP

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