Stolpersteine in Dresden gestohlen und geschändet

An der Andreas-Schubert-Straße 44 in Dresden sind erneut Stolpersteine gestohlen und geschändet worden. Die Gedenksteine erinnern an Schicksale von jüdischen Opfern des Nationalsozialismus. +++

In der Nacht zum 16. Oktober sind in der Andreas-Schubert-Straße 44 erneut Stolpersteine mutwillig entwendet worden. Die Steine wurden in Anwesenheit der Familie am 29. September 2015 für Martin Joachim (*1879), Lotte (*1887), Ursula Eva (*1912) und Claus Peter Reichenbach (*1920) verlegt.

Claus Peter Reichenbach, dem die Flucht aus Nazideutschland gelang und der sich im Exil in London in Peter C. Rickenback umbenannte, initiierte die Verlegung der Stolpersteine für seine Familie hochbetagt und verstarb während der Vorbereitungen im Juni 2015. Seine Eltern gehörten zur letzten Gruppe der Dresdner jüdischen Bevölkerung, die im November 1942 im sogenannten Judenlager Hellerberg Zwangsarbeit für Zeiss Ikon AG leisten mussten. Beide überlebten die Deportation nach Auschwitz im März 1943 nicht. 2006 schenkte Herr Rickenback seine Sammlung von Werbemarken und Vignetten dem Dresdner Stadtmuseum.

Auch die in unmittelbarer Nähe verlegten Stolpersteine für Familie Isakowitz sollten vermutlich geschändet werden, da sie ebenfalls Spuren der Gewalteinwirkung aufweisen. Die Nachkommen beider Familien, die in London leben, reagierten mit großer Bestürzung und Betroffenheit. Der Verein Stolpersteine für Dresden e.V. hat Anzeige erstattet und erwägt eine Neuverlegung auf Spendenbasis.

Quelle: Stolpersteine für Dresden e.V.