Stolpersteine schwer beschädigt

Chemnitz- Mehrere Stolpersteine, die an jene erinnern sollen, die den Gräueltaten der Nationalsozialisten ausgesetzt waren, wurden in der Nacht zum Freitag beschädigt.

Erst am 8. November wurden die Stolpersteine vom Verein AG In- und Ausländer und Jugendbegegnungstätte Pavillon, kurz AGIUA, umfangreich gesäubert. Der Verein hat für ein Jahr die Putzpatenschaft für die Messingplatten bis zum November 2019 übernommen.

Nachdem die Stolpersteine gereinigt wurden, musste AGIUA am nächsten Tag mit erschrecken feststellen, dass insgesamt 13 der 195 Stolpersteine schwer beschädigt wurden. Laut Aussage des Vereins haben Unbekannte die Denkmäler mit einer schwarzen schmierigen Substanz beschmutzt. Diese hat sich in die Oberfläche der Messingplatte „gefressen“ und dadurch schwer beschädigt.

Betroffen waren unter anderem die Stolpersteine am Staatlichen Museum für Archäologie. Vor allem am smac war deutlich zu sehen, dass die Oberflächen der Messingplatten starke Beschädigungen aufweisen. Auch die Denkmäler an der Annenstraße wurden durch die Beschmutzung in Mitleidenschaft gezogen. Wie auf den Bildern zu sehen, wurde die schwarze Masse bereits entfernt. Von wem ist aktuell noch unklar.

Auf Anfrage ob die Oberfläche der Stolpersteine eventuell durch die Reinigung beschädigt wurde, antwortete der Verein, dass die Messingplatten fachgerecht mit einer Salz/Essig-Lösung gereinigt und anschließend poliert worden seien. Der ebenfalls durch AGIUA gereinigte Stolperstein am TIETZ zeigt deutliche Unterschiede. Besonders an dieser Oberflächen ist zu sehen, dass trotz Reinigung kein Schaden am Stolperstein entstanden ist.

Der Verein AGIUA sieht die Beschmutzung der Stolpersteine nicht nur als Angriff auf die Veranstaltung ihres Jugendprojektes, sondern vor allem auf das Gedenken an durch die Nationalsozialisten verfolgten und ermordeten Menschen. Dies verurteilen Sie aufs schärfste.

Was mit den beschädigten Stolpersteinen nun passieren wird ist noch unklar. Zu den Beschädigungen an den Tafeln gibt es erste Hinweise. Die tat wurde bereits zur Anzeige gebracht.