Stolpersteine verlegt

Am Dienstagnachmittag sind in Chemnitz insgesamt elf Stolpersteine gesetzt worden.

Damit wurde an Opfer des Nationalsozialismus erinnert. Vor dem Wohnhaus des Schauspielers Max Schindler an der Horststraße 10a ist ein solcher Stolperstein mit Messingplatte und Gravur in den Gehweg eingelassen worden.

Schindler wurde 1938 während des Novemberpogroms verhaftet und starb kurz darauf im KZ Buchenwald.

Seine Enkeltochter Anne Phillips, die in Großbritanien lebt, war vor Ort.

Sie ist von der Aktion zur Erinnerung an ihren Großvater und andere Opfer des NS-Regimes sehr bewegt.

Interview: Anne Phillips – Enkeltochter von Max Schindler

Am Mittwoch werden noch vier weitere Stolpersteine in Chemnitz verlegt. In der Stadt wird auf diese Weise seit 2007 an insgesamt 48 Menschen erinnert, die während der NS-Zeit umgebracht wurden.

Verlegung am Mittwoch, 19. Oktober:

08:30 Uhr: In der Kreherstraße 75 wird ein Stolperstein an Albert Hähnel (Jahrgang 1903) erinnern: Der antifaschistische Widerstandskämpfer wurde von den Nationalsozialisten mehrfach verhaftet, zuletzt 1944 von der Gestapo Chemnitz und am 27. März 1945 in Neukirchen erschossen.

09:00 Uhr: In der Hofer Straße 4 wird ein Stolperstein an die Lehrertochter Elisabeth Voigt (Jahrgang 1887) erinnern, die ein Opfer der nationalsozialistischen Euthanasieverbrechen wurde: Aufgrund ihrer Erkrankung wurde Elisabeth Voigt 1929 in die Heil- und Pflegeanstalt Zschadrass eingewiesen. Von dort wurde sie am 15. August 1940 in eine der NS-Tötungsanstalten, nach Pirna-Sonnenstein gebracht und hier noch am selben Tag bei der „Aktion T4“ ermordet.

09:30 Uhr: In der Fürstenstraße 12 werden zwei Stolpersteine verlegt: Ein Stein wird an Moritz Zudkowitz (Jahrgang 1891) und ein weiterer an seine Frau Masza Zudkowitz geborene Malinski (Jahrgang 1897). Die Eheleute, die die polnische Staatsangehörigkeit besaßen, wurden Ende Oktober 1938 im Rahmen eines landesweiten Aktion nach Polen ausgewiesen und 1942 im Vernichtungslager Chelmno (Kulmhof) ermordet.