Straßenmusik in Dresden ab sofort gebührenpflichtig

Wer künftig in Dresden auf der Straße musizieren will, muss einen Obulus an die Stadt entrichten. Die Stadtverwaltung Dresden hat am 27. Mai ihre entsprechende Verordnung verändert. +++

Straßenmusik – unter anderem in Dresden – hat sie bekannt gemacht. Die Band Stilbruch. Im vergangenen Jahr haben sie nahezu jeden Monat auf Dresdens Straßen musiziert. Doch das hat möglicherweise jetzt ein Ende, denn Straßenmusik ist ab sofort gebührenpflichtig in Dresden.

Aus der Stadtverwaltung heißt es zur Begründung:

„In der Dresdner Innenstadt hat die Nutzung des öffentlichen Straßenraumes durch Straßenmusiker und Straßenkünstler in den vergangenen Jahren stark zugenommen … Allerdings haben auch die Beschwerden der Anwohner, von ortsansässigen Gewerbetreibenden und Touristen, die sich zunehmend belästigt fühlten, stark zugenommen. … Es ist deshalb erforderlich, Regeln für die Nutzung des öffentlichen Straßenraumes der Innenstadt für Straßenmusik und Straßenkunst aufzustellen und die Einhaltung auch zu kontrollieren“.

Bürokratische Hürden also, die auch die Jungs von Stilbruch nicht gerne sehen.

Interview mit Sebastian Maul, Frontmann Stilbruch (im Video)

25 Euro pro Woche müssen Straßenmusiker nun berappen, um in der Dresdner Innenstadt zu musizieren. Wollen sie dann noch CDs an den Mann bringen, werden weitere 2,20€ pro Quadratmeter und Tag fällig. Fällt die Straßenmusik aus, dann ist auch das Geld futsch.

Diese Änderung der Genehmigung von Straßenmusik stößt auch den Dresdner Stadträten sauer auf.

Christiane Filius-Jehne von den Grünen zum Beispiel hat selbst als Studentin auf der Straße musiziert und hält von der geänderten Verordnung gar nichts.

Interview mit Christiane Filius-Jehne (B90/Grüne), Sprecherin für Kulturpolitik (im Video)

Interview mit Peter Lames (SPD), Fraktionsvorsitzender (im Video)

Ab sofort darf auch nicht mehr überall in der Stadt musiziert werden. Ausgewählte Punkte in der Innenstadt sind nun bindend.

So wird wohl dieses Stilbruch-Konzert das letzte auf Dresdens Straßen gewesen sein, denn laut Verordnung ist auch kein Schlagzeug mehr erlaubt.