Streifzug durch die Jagdgeschichte

Lichtenstein. Eine Sonderausstellung im Stadtmuseum widmet sich der Jagd. Bei einem Rundgang durch die Ausstellung konnte Initiator Konrad Geithner viel Interessantes berichten.

Lichtenstein (UW). Die Jagd in Lichtenstein und Umgebung steht im Mittelpunkt der Sonderausstellung im Lichtensteiner Stadtmuseum. Unter dem Motto „Das große Halali“ gibt es einen Streifzug durch die Jagd in der Region zu erleben. Nicht nur positives wird dargestellt, sondern auch negative Entwicklungen. So die Ausrottung des Niederwildes durch die großflächige Landwirtschaft, die Einschnitte in das Jagdrecht durch verschiedene Gesetze und die Zerstückelung der Jagdflächen. Jagdwaffen, Jägeruniformen, zahlreiche Fotos und Kunstwerke über Wald und Jagd sowie ein großer Bereich über den Naturschutz geben einen Einblick in die Jagd. Präparierte Tiere vom Keiler bis zum Eichhörnchen komplettieren die Sonderausstellung.
Ideengeber und Initiator der Ausstellung ist Konrad Geithner, in der Stadtverwaltung als Sachgebietsleiter Umwelt tätig und außerdem Jagdvorstand der Jagdgenossenschaft Lichtenstein. Geithner weiß viel Interessantes rund um die Jagd. So wurde der letzte Bär 1708 im Lichtensteiner Stadtwald angeschossen. „Das Tier soll bis nach Lugau geflüchtet sein und wurde dort erlegt“, sagte Konrad Geithner. „Die Wölfe haben es etwa 100 Jahre länger in der Region ausgehalten. Später verließ auch der Luchs die jagdliche Bühne.“

Auch die Waldfläche nahm ab. Noch im 19.Jahrundert wurden große Rodungen durchgeführt. Wegen des Bergbaues gab es einen starken Zuzug von Bergleuten. Um diese zu ernähren wurden Waldflächen umgewandelt zu Feldern.

Geithner erinnerte auch daran, dass es nach 1945 keine geordnete Jagd gab. Die Siegermächte schossen den Stadtwald vom Rehwild leer. Erst 1959 wurde wieder Rehwild im Stadtwald gesichtet.

„Jagd und Naturschutz müssen noch enger zusammen gebracht werden“, sagte Geithner. „Auch die Hege muss eine noch größere Bedeutung erhalten.“

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