Streik bei Amazon in Leipzig in der Vorweihnachtswoche

Beschäftigte erwarten Wertschätzung und Respekt. Streik für Weihnachts- und Urlaubsgeld, Lohnerhöhungen und geregelte Arbeits- und Pausenzeiten. +++

Am Montag, den 15.12.2014, beginnend um 00:00 Uhr, ruft die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) die Beschäftigten beim Versandhandel Amazon in Leipzig zum nächsten mehrtägigen Streik bis Mittwochnacht auf. Zeitgleich werden die Amazon Beschäftigten an vier weiteren Standorten zum Streik aufgerufen.

„Weihnachten steht vor der Tür – wir auch!“, so beschreibt ver.di Streikleiter Thomas Schneider die Stimmung unter den Amazon Beschäftigten. „Wir haben Amazon immer wieder Zeit gelassen, auf unsere Forderung nach Tarifverhandlungen zu reagieren. Das Amazon weiter die Aufnahme von Tarifverhandlungen ablehnt, ist eine Provokation. Auf dem Rücken der Beschäftigten ergaunert sich Amazon Wettbewerbsvorteile gegenüber der Konkurrenz.“

„Ab November gibt es nach dem Versandhandelstarifvertrag ein halbes Monatseinkommen als Sonderzahlung zu Weihnachten. Bei Amazon werden lediglich 400 € gezahlt. Amazon versucht, Kundinnen und Kunden durch attraktive Weihnachtssonderangebote zu gewinnen, bei den Beschäftigten wird aber gleichzeitig gespart. Dafür habe ich kein Verständnis“, so Thomas Schneider. 

„Amazon ist nicht tarifgebunden. Im letzten Jahr wurde zum ersten Mal ein Weihnachtsgeld in Höhe von 400 € für die Mitarbeiter des Versandzentrums gezahlt. Es gibt kein Urlaubsgeld, außerdem werden Nachtarbeitszuschläge erst ab Mitternacht gezahlt.

„Alle Veränderungen in der Bezahlung sind jeweils nach oder kurz vor Streiks gelaufen. Wenn wir auch noch keinen Tarifvertrag haben, so haben die bisherigen Streiks aber schon viel bewegt“, so eine Mitteilung von ver.di.