Streik beim Spielwarenhändler Toys „R“ Us

ver.di hat die Beschäftigten des Spielwarenhändlers Toys „R“ Us heute bundesweit ganztägig zu Arbeitsniederlegungen aufgerufen. Dazu gehört auch die Filiale im Elbepark Dresden. +++

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) hat die Beschäftigten des Spielwarenhändlers Toys „R“ Us für heute (15. Oktober) bundesweit ganztägig zu Arbeitsniederlegungen aufgerufen. Hintergrund ist, dass das Unternehmen sich weigert, Verhandlungen über einen Anerkennungstarifvertrag für den Einzelhandel zu führen.

„Das Unternehmen Toys „R“ Us hat in Deutschland in den letzten sechs Jahren über 65 Millionen Euro Gewinn gemacht. Diesen Gewinn haben die Beschäftigten erwirtschaftet, aber sie sollen weiterhin kein Stück vom Kuchen abbekommen. Stattdessen reagiert der Arbeitgeber auf Streiks mit  Streikbrecherprämien. Das ist ein Skandal. Die Beschäftigten verlangen den Tarifvertrag. Wenn das Unternehmen das weiterhin ignoriert, muss es sich auf Einschränkungen im Weihnachtsgeschäft einstellen“, sagte Heike Lattekamp, ver.di-Verhandlungsführerin.

Bestreikt werden Filialen in Köln (2x), Duisburg, Kamen, Hagen, Aachen, Essen, Dortmund, Siegen, Neuss, Paderborn, Koblenz, Chemnitz, Dresden, Braunschweig, Osnabrück, Göttingen, Hannover, Bremen, Hamburg (2x).

Am Zentrallager in Harbke (Sachsen-Anhalt) werden sich die Beschäftigten in der Mittagspause zu einer Prot

Bei Toys „R“ Us kam es in den vergangenen Monaten an rund 20 Standorten zu Streiks. Der Arbeitgeber reagierte darauf, in dem er Streikbrecherprämien in Höhe von jeweils 200 Euro auslobte.

Der Großteil der Beschäftigten bei Toys „R“ Us erhält nur den Mindestlohn von 8,50 Euro und arbeitet unfreiwillig Teilzeit, über die Hälfte der Beschäftigten haben nur befristete Verträge. Beim Spielwarenhändler, der in Deutschland 65 Filialen mit rund 1.700 Mitarbeitern betreibt, existiert kein einheitliches Vergütungssystem. Mit einem Tarifvertrag hätten die Beschäftigten nicht nur Anspruch auf deutlich höhere Löhne, sondern auch auf verbindliche, für sie günstigere Regelungen zu Arbeitszeiten, Urlaub und Zuschlägen.

Quelle: ver.di Landesbezirk Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen