Streik im ÖPNV: Wenig Chaos, aber genervte Pendler

Sachsen - Die Gewerkschaft Verdi hat am Dienstag zu Warnstreiks im öffentlichen Nahverkehr aufgerufen. Auch in Sachsen sind Hunderte Beschäftigte dem Ruf gefolgt und haben ihre Arbeit niedergelegt - das große Chaos blieb aus, dafür reagierten viele Pendler genervt. 

Das gleiche Bild an jeder Haltestelle: keine bis nur vereinzelte Fahrgäste, die an diesem Morgen auf ihren Bus oder die Bahn warten - vergeblich wohlgemerkt. Denn mit Beginn der Frühschicht haben in Sachsen hunderte Fahrerinnen und Fahrer von Bussen und Straßenbahnen ihre Arbeit niedergelegt. Vor allem die großen Städte wie Leipzig, Dresden und Chemnitz waren betroffen. Wer vom Streik im Vorfeld nichts mitbekommen hatte wurde mitunter kalt erwischt.

Mehr Autos auf den Straßen

Zu dem Streik aufgerufen hatte die Gewerkschaft Verdi. Hintergrund ist der Tarifstreit im öffentlichen Dienst. Verdi fordert für die bundesweit rund 87.000 Beschäftigten im ÖPNV unter anderem einen einheitlichen Tarifvertrag, aber auch mehr Geld, höhere Schichtzulagen und mehr Urlaub. "Dass hier in Dresden nur so wenig Streikende vor Ort gewesen sind, liegt hauptsächlich an den Corona-Regelungen", erklärt Jürgen Becker, Gewerkschaftssekretär von Verdi.

© Sachsen Fernsehen

Der Streik hatte Sachsenweit nicht nur Auswirkungen auf den Schienenverkehr, sondern auch auf die Straßen. Gerade in den Großstädten waren am Dienstag deutlich mehr Autos unterwegs als sonst. Vom Streik nicht betroffen waren die S-Bahnen in Leipzig und Dresden sowie die Chemnitzer Citybahn. Allerdings waren die planmäßigen Verbindungen deutlich voller als üblich. Während der Streik in Chemnitz und Dresden bis in den Abend anhielt, rollten in Leipzig ab 12 Uhr wieder die ersten Bahnen und Busse. Allerdings wirbelte der Streik auch hier den Fahrplan noch stundenlang durcheinander. 

Die Reaktionen der Fahrgäste seien ganz unterschiedlich gewesen, erklärt der Sprecher der Leipziger Verkehrsbetriebe, Marc Backhaus. Unklar ist unterdessen, wann Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite wieder an den Verhandlungstisch zurückkehren. Weitere Streiks sind also auch in den nächsten Tagen und Wochen durchaus möglich.