Streik von Chemnitzer Energieunternehmen

Die Situation im Tarifkonflikt zwischen den Gewerkschaften und dem Arbeitgeberverband privater Energieversorgungsunternehmen ist ernst.

Wie ernst, das zeigten am Freitagmorgen die Beschäftigten der hiesigen Energieversorger bei envia M. Mit einem Warnstreik unter der Federführung der IG Bergbau, Chemie und Energie sowie von verdi. wollten sie ihrem Unmut über die bisher ergebnislosen Verhandlungen Ausdruck verleihen und gleichzeitig den Druck auf die Arbeitgeberseite erhöhen. Trotz knackiger Kälte verharrten gut 200 Beschäftigte rund 2 Stunden vor den Türen der enviaM und das war bereits der zweite Teil des Warnstreiks, der schon um 6 Uhr in der Früh am Eingang der Stadtwerke Chemnitz begann. Grund für die Aktion ist der Tarifstreit, in dem die Gewerkschaften für die rund 25.000 Beschäftigten und Lehrlinge in den neuen Bundesländern 6 Prozent mehr Gehalt fordern. Dem gegenüber steht der Arbeitgeberverband, der bei verlängerter Wochenarbeitszeit lediglich 1,9 Prozent bietet. Für die Gewerkschaften schlicht inakzeptabel, das zeigte der ergebnislose Ausgang der dritten Verhandlung am Montag in Halle. Deutliche Worte von Seiten der Gewerkschaften.

Hier ist man der Meinung: „Wer bei guten Gewinnen und anziehender Konjunktur noch unter dem Abschluss des Vorjahres bleiben will, provoziert einen Arbeitskampf“. Ganz anderer Ansicht sind dagegen die Arbeitgeber, die die Forderungen der Gewerkschaften als überhöht zurückweisen. Sie haben mit dem Druck der neuen Netzregulierung zu kämfpen, der vieles in der Branche ändert und auch Einschnitte für die Arbeitnehmer mit sich bringt. Dennoch zeigen sich die Gewerkschaften optimistisch. Sie hoffen, dass die Arbeitgeber am kommenden Montag, einem weiteren Verhandlungstag in Halle, ihre ultimative Haltungf aufgeben und ein verhandlungsfähiges Angebot vorlegen. Anfang kommender Woche wird sich also zeigen, ob die Warnstreiks der etwa 2000 Beschäftigten in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen Wirkung zeigten oder nur die Spitze eines weiter andauernden Tarifstreits waren.
 

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