Streik! Wer Fifa 18 über Amazon vorbestellt hat, könnte betroffen sein

Leipzig – Ein gewohntes Bild für die Stadt Leipzig: Beim Versandhandelsriesen Amazon in Heiterblick wird gestreikt. Nachdem am Donnerstagmorgen zur Arbeitsniederlegung aufgerufen wurde, haben etwa 250 Beschäftigte das Unternehmen verlassen.

„Streiken ist bei Amazon ja mittlerweile alltäglich“, sagte der ver.di Streikleiter Thomas Schneider. „Heute fordern wir wieder einen Tarifvertrag. Dieser Donnerstag ist so wichtig, weil morgen ein neues Fifa-Spiel erscheint und die Exemplare sollen heute für den Versand vorbereitet werden.“

Mit einem Tarifvertrag fordern die Beschäftigten ein Urlaubsgeld, das bisher komplett gefehlt hat, sowie eine Erhöhung des derzeit marginalen Weihnachtsgeldes. Außerdem fordern sie die für die Branche üblichen sechs Wochen Urlaub. Aktuell haben die Mitarbeiter nur 28 Tage Urlaub.

Amazon verweigert aber nach wie vor die Aufnahme von Tarifverhandlungen. Jedoch hat der Online-Händler in den vergangenen drei Jahren Gehälter und Löhne Schritt für Schritt erhöht. So wurden die Entgelte bereits um rund 2,1% gesteigert. Für die Streikenden ein klares Zeichen für den Erfolg ihres Protests. Jedoch reicht ihnen diese Zulage nicht aus. Weiterhin protestieren die Beschäftigten gegen die aus ihrer Sicht furchtbare Behandlung durch das Unternehmen.

„Kollegen werden aufgefordert, sich während der Arbeit nicht zu unterhalten. Mitarbeitern wird gesagt, sie seien zu langsam. Krankgeschriebenen wird unterstellt, sie würden simulieren“, so Thomas Schneider weiter.

Auch Beschäftigte der Mittel- und Spätschicht haben sich an der Arbeitsniederlegung beteiligt. Auch wenn Marktführer Amazon immer wieder beteuert, durch Streiks würde es nicht zu Einschränkungen beim Versandhandel kommen, so sind sich die protestierenden Arbeiter sicher, den Konzern an diesem Tag empfindlich getroffen haben.