Streiks im Einzel- und Versandhandel in Dresden werden am Freitag fortgesetzt

ver.di ruft zu weiteren Streiks auf, um ein deutlisches Zeichen für den Tarifvertrag im Einzel- und Versandhandel zu setzen. In Dresden und Gera werden die Streikenden diese Woche überhaupt nicht mehr zur Arbeit gehen. +++


Nur 1 Tag nach den missglückten Tarifverhandlungen gingen erneut 290 Verkäuferinnen auf die Straße statt zur Arbeit. Insbesondere alle Streikenden aus Thüringen setzten die Streiks fort. Einige Betriebe streikten schon den 6. Tag in Folge, neu schlossen sich erneut mehrere Betriebe aus dem Dresdener Raum an, darunter u.a. der Marktkauf in Dresden und netto-Märkte.

Am Freitag wird in Dresden und Gera weitergestreikt. “Dort werden die Streikenden diese Woche überhaupt nicht mehr zur Arbeit gehen“, so ver.di Verhandlungsführer Jörg Lauenroth-Mago „Es ist beeindruckend die Standhaftigkeit der Verkäuferinnen mitzubekommen. Die Streiks werden wir auch zukünftig auf mehrere Tage ausdehnen und immer wieder auch neue Betriebe einbeziehen. Ruhe gibt es erst, wenn die Tarifverträge unterschrieben sind“, erklärt Lauenroth-Mago kämpferisch.

Am Mittwoch hatte auch in Hessen und NRW keine Bewegung gegeben. Am Freitag und Samstag wird u.a. auch in Hamburg erneut zu Streiks aufgerufen.

„Die Verkäuferinnen wollen höhere Einkommen ohne Haken und Ösen“, so Lauenroth-Mago. Ver.di lehnt die Forderungen der Arbeitgeber nach weiterer Arbeitszeitflexibilisierung, Streichung von Zuschlägen für Auffülltätigkeiten und die Einführung einer Niedriglohngruppe ab.

„Insbesondere die unteren Einkommen im Handel müssen ansteigen, die Einführung einer Niedriglohngruppe würde nur noch die Zahl der Aufstocker im Handel vergrößern. Ohnehin arbeiten hier schon die meisten Aufstocker“, so Lauenroth-Mago.

ver.di fordert rückwirkend zum 1. Juni 2013 für 265.000 Beschäftigte im Einzel- und Versandhandel Mitteldeutschland eine Erhöhung der Gehälter und Löhne um 1 € pro Stunde, die Ausbildungsvergütungen sollen um 90 € im Monat steigen.

Derzeit verdient eine Verkäuferin nach 7 Jahren 13,43 € pro Stunde. Bei einer 38-Stunden-Woche sind dies 2.216,- € pro Monat. Das Einstiegsgehalt einer ungelernten Beschäftigten beträgt 9,21 € pro Stunde, bei einer 38-Stunden-Woche sind dies 1.520,- € pro Monat. Die Mehrheit der Beschäftigten arbeitet in Teilzeit und liegt z. B. bei einem 90-Stunden-Vertrag im Monat trotz Tarifgehalt nur knapp über der Armutsgrenze. Der Einzelhandel ist die Branche mit den meisten
Aufstockern.

Quelle: ver.di Landesbezirk Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen