Streiks im Einzelhandel

In Dresden beteiligen sich am Montag Kaufland und einige Netto-Filialen. „Die Streikbewegung wird breiter, es werden auch Fachmärkte und Discounterfilialen einbezogen“, so ver.di Verhandlungsführer, Jörg Lauenroth-Mago. +++

Streiks im Einzelhandel am Montag in ganz Mitteldeutschland – Große Erwartungen an die 3. Verhandlungsrunde!

Nachdem am Samstag im Raum Gera und Raum Magdeburg rund 250 KollegInnen gestreikt hatten, schließen sich am Montag Verkäuferinnen aus dem Raum Leipzig und Dresden an.

Am Samstag wurden Kaufland- und real,- Märkte bestreikt, fast die gesamt Belegschaft von H&M aus Magdeburg im Allee-Center und 100 Versandhandelsmitarbeiter von der OTTO-Tochter in Haldensleben waren dabei.

Während in Gera die Streiks in 3 Kauflandmärkten fortgesetzt werden, wurde gestern in Sachsen-Anhalt die Beschäftigten der beiden real,- Märkte in Irxleben und Blankenburg, H&M in Magdeburg, dem Kaufland in Gardelegen und Magdeburg sowie dem Marktkauf in Burg erneut zum Streik aufgerufen. Zum ersten Mal beteiligten sich Beschäftigte der OTTO-Tochter HF in Haldensleben am Streik. „Viele KollegInnen streikten zum ersten Mal, sie wollen endlich höhere Löhne. Die Arbeit am Samstag ist Ihnen besonders verhasst, dass selbst das massive Aufgebot der Abteilungsleiter die KollegInnen bei der OTTO-Tochter nicht vom Streik abhalten konnte“, so ver.di-Streikleiter Torsten Furgol.

Am Montag werden in Leipzig die Beschäftigten der Netto-Filialen, der beiden real,- Märkte und vom Kaufland Grosspösna zum Tagesstreik aufgerufen. In Dresden sind es Kaufland und verschiedene Netto-Filialen. „Die Streikbewegung im Einzelhandel wird immer breiter, es werden auch Fachmärkte und Discounterfilialen einbezogen“, so ver.di Verhandlungsführer, Jörg Lauenroth-Mago. „Bundesweit haben sich mittlerweile über 100.000 Beschäftigte aus dem Einzel- und Versandhandel beteiligt. Wir stellen eine wachsende Streikbereitschaft fest, viele KollegInnen finden jetzt den Weg zur Gewerkschaft, über 30 neue Mitglieder konnten am Samstag aufgenommen werden.“ „Wir wollen einen zügigen Tarifabschluss, lassen uns aber nicht erpressen. Auf Einkommenserhöhungen und gleichzeitigen Verschlechterungen im Manteltarifvertrag lassen wir uns nicht ein, das wäre ein fauler Kompromiss“, so Lauenroth-Mago.

ver.di fordert rückwirkend zum 1. Juni 2013 für 265.000 Beschäftigte im Einzel- und Versandhandel Mitteldeutschland eine Erhöhung der Gehälter und Löhne um 1 Euro pro Stunde, die Ausbildungsvergütungen sollen um 90 Euro im Monat steigen.

Derzeit verdient eine Verkäuferin nach 7 Jahren 13,43 € pro Stunde. Bei einer 38-Stunden-Woche sind dies 2.216,- € pro Monat. Das Einstiegsgehalt einer ungelernten Beschäftigten beträgt 9,21 €, bei einer 38-Stunden-Woche sind dies 1.520,- € pro Monat. Die Mehrheit der Beschäftigten arbeitet in Teilzeit und liegt z. B. bei einem 90-Stunden-Vertrag im Monat trotz Tarifgehalt nur knapp über der Armutsgrenze. Der Einzelhandel ist die Branche mit den meisten Aufstockern.

Quelle: ver.di

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