Streitpunkt B2-Brücke – nun diskutiert der Stadtrat

Leipzig/Markkleeberg. Das Straßenbauamt plant einen Ersatzneubau. Fakt ist: Die Brücke B2 über die agra ist marode. Bei Untersuchungen des Bauwerks wurden starke Risse festgestellt. Lesen Sie bei LEIPZIG FERNSEHEN Online, was die Stadt Markkleeberg vom dem möglichen Brücken-Abriss hält:

‚Geht es nach dem Straßenbauamt Leipzig muss die Brücke im Bereich zwischen Alter Möncherei und Goethesteig komplett abgerissen und ein Ersatzneubau vorgenommen werden. Ein Erhalt des Bauwerks sei nicht möglich, informiert das Straßenbauamt. Unter anderem weise der beim Bau in den 70er-Jahren verwendete Hennigsdorfer Spannstahl Spannungsrisskorrosionen auf. Auch eine Instandhaltung würde sich rein wirtschaftlich nicht lohnen. Sie ist teurer als der Ersatzneubau der B2-Brücke.

Ein gleichartiger Ersatz ist das Bauwerk aber offenbar nicht. Mit dem Neubau soll die Brücke über die agra breiter werden. Derzeit führen jeweils zwei Fahrspuren in und aus Richtung Leipzig. Eine Standspur fehlt auf beiden Seiten der Straße. Diese Standspuren sollen nun mit dem Neubau hinzukommen. Das bedeutet eine Verbreiterung der Brücke um acht Meter auf insgesamt 31,60 Meter. Dafür sollen zusätzlich Bäume im Park gefällt werden. Ein Lärmschutz sei mit Errichtung der Brücke allerdings nicht vorgesehen.

Dr. Bernd Klose: Vorhaben manifestiert ungewollten Zustand
„Für Markkleeberg ist dies eine schlechte Lösung“, sagt Oberbürgermeister Dr. Bernd Klose. Der schon in den 70er-Jahren ungewollte Einschnitt in den agra-Park werde nun vergrößert. Markkleebergs Villen-Schmuckstücke der Stadt in Nähe der B2 – erhalten damit keine Aufwertung.

Mehr noch zeigt sich Dr. Bernd Klose über die Signalwirkung, die vom Ersatzbau ausgeht, unzufrieden: „Mit dem Ersatzneubau wird der bestehende Zustand manifestiert“, sagt der Markkleeberger Oberbürgermeister, der wie viele Einwohner der Stadt und seiner Ortsteile davon ausgegangen war, dass es im Bedarfsfall eventuell eine bauliche Alternative für die bestehende B2-Brücke geben würde. Die gibt es nicht, informierte das Straßenbauamt auf einer Besprechung Ende Januar im Markkleeberger Rathaus. Andere Varianten, wie zum Beispiel eine den agra-Park entlastende Tunnellösung, über die im Rahmen der Bewerbung Leipzigs für die Olympischen Spiele nachgedacht wurde, seien zu teuer.

Kurios: Obwohl mit dem Ersatzneubau und einer Aufwertung der B 2 (Verbreiterung) sowie der Fertigstellung der A 72 in Richtung Chemnitz davon ausgegangen werden muss, dass zusätzlicher Verkehr aus Leipzig in Richtung A38 sowie umgekehrt und damit entlang von Markkleeberg fließen wird, geht die Stadt Leipzig nicht davon aus, dass das Verkehrsaufkommen steigt. Grund für diese Informationen aus der Messestadt ist, dass die Stadt Leipzig nicht davon ausgeht, die B2 auf Leipziger Seite auszubauen. Dennoch laufe eine Planung, welche auf Leipziger Seite Lärmschutzwände an der B 2 in direkter Nähe zu Wohnbebauungen beinhaltet. Die prognostizierte Verkehrsdichte ist weder
an der Stadtzufahrt Pferderennbahn noch in der Dufourstraße in Leipzig zu verkraften.

Projekt wird am 17. März 2010 im Stadtrat vorgestellt
Die Stadtverwaltung Markkleeberg hat das Straßenbauamt darum gebeten, das Projekt des Ersatzneubaus den Markkleeberger Stadträten sowie natürlich den Einwohnern Markkleebergs vorzustellen. Dafür gibt es nun einen Termin. Die Präsentation wird auf der nächsten Stadtratssitzung am Mittwoch, dem 17. März 2010, stattfinden. Beginn der Versammlung ist um 17.30 Uhr. Alle Einwohner und Interessierten sind zu der Sitzung recht herzlich eingeladen.

Stadtverwaltung Markkleeberg
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit‘

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