Studie: Gewichtszunahme bei Nicht-Rauchern

Furcht vor Gewichtszunahme lässt Raucher gute Vorsätze fürs neue Jahr schell wieder aufgeben. Wissenschaftler sind den Ursachen für gesteigerten Appetit auf der Spur.  

Untersuchungen zeigen, dass Raucher nach sechsmonatiger Abstinenz im Durchschnitt fünf Kilo zunehmen.

Die Wissenschaftler des Forschungsbereichs Systemische Neurowissenschaften am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus wollen die Rolle des durch Nikotin veränderten Hormonsystems klären, das möglicherweise für das gesteigerte Hungergefühl verantwortlich ist. Die Forscher nutzen die so genannte funktionelle Kernspintomografie, um diejenigen neuronalen Systeme des menschlichen Gehirns zu finden, die für die appetitregulierenden Wirkungen des Nikotins verantwortlich sind. Vermutlich spielen Veränderungen von Hormonsystemen eine Rolle. Endokrinologische Studien zeigen, dass Rauchen und Nikotinzufuhr, sowie Abstinenz wichtige Effekte auf die appetitregulierenden Peptidhaushalte haben, welche die Gewichtszunahme nach dem Rauchstopp erklären können.

Vorgesehen ist die Untersuchung von 30 Raucherinnen und Rauchern unmittelbar vor und nach dem Rauchstopp sowie nach drei und sechs Monaten. Falls sich die Mechanismen der durch Nikotin veränderten Regulation des Hungergefühls klären lassen, steigen die Chancen, die Gewichtszunahme als häufige Nebenwirkung des Tabakentzugs in den Griff zu bekommen.

Der Bedarf ist groß: Untersuchungen zeigen, dass Raucher nach sechsmonatiger Abstinenz im Durchschnitt fünf Kilo zunehmen. Nach fünf Jahren, so eine andere Studie, hatten etwa jede fünfte Ex-Raucherin und jeder zwölfte Ex-Raucher mindestens 20 Prozent ihres ursprünglichen Gewichts zugenommen. Die Folgen: eine große Zahl abstinenter Raucher wird rückfällig und viele Raucher versuchen gar nicht erst, den Tabakkonsum aufzugeben. Unerfreulicherweise zeigen aktuell verfügbare Präventions- und Therapieprogramme kaum Möglichkeiten auf, eine Gewichtszunahme zu verhindern. Um diese Programme verbessern zu können, sind Studien wie die des Forschungsbereichs Systemische Neurowissenschaften nötig. 

Teilnehmer der Studie des Forschungsbereichs Systemische Neurowissenschaften erhalten zudem 50 Euro Aufwandsentschädigung. An Entwöhnungsprogramm und Studie Interessierte können sich gern melden unter der Telefonnummer 0351/463-42205 oder per E-Mail: neurowissenschaften@tu-dresden.de.

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Mehr dazu erfahren Sie in der Drehscheibe Dresden, stündlich ab 18 Uhr auf DRESDEN FERNSEHEN.

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