Studie: Ostdeutsche kaufen anders ein

Leipzig (dapd-lsc). Das Kaufverhalten der Ostdeutschen unterscheidet sich einer Studie zufolge stark von dem der Westdeutschen.

„Menschen in den neuen Ländern achten mehr auf den Preis und die regionale Herkunft von Produkten“, sagte der Geschäftsführer des Instituts für angewandte Marketing- und Kommunikationsforschung (IMK), Sören Schiller, am Donnerstag in Leipzig. Während für drei von vier Ostdeutschen ein günstiger Preis sehr wichtig sei, achteten knapp zwei Drittel der Westdeutschen beim Einkauf darauf.

Die regionale Herkunft von Produkten sei für 66 Prozent der Ostdeutschen von Bedeutung, während in den alten Bundesländern dies 56 Prozent angegeben hätten. Hingegen schauten in den alten Ländern mehr Menschen darauf, dass sie Bioprodukte einkaufen: Dies hätten 40 Prozent als wichtig angegeben. In den neuen Ländern habe der Anteil 34 Prozent betragen.

Der größte Teil der Einkäufe wird bei Discountern erledigt: Hier beträgt der Anteil in Ost und West jeweils rund 40 Prozent. 39 Prozent der Westdeutschen kaufen laut Studie zudem in Supermärkten ein, bei den Ostdeutschen sind es knapp 29 Prozent. SB-Warenhäuser wiederum kommen in den neuen Ländern auf einen Anteil von knapp 19 Prozent, in den alten Ländern nur auf knapp acht Prozent.

Laut Umfrage verbinden Westdeutsche mit Produkten aus den neuen Ländern die Eigenschaften, regional verwurzelt und preiswert zu sein. Der IMK-Geschäftsführer interpretierte dies so, dass es für Ostmarken im Westen außer dem Preis nur wenige Gründe gebe, sie zu kaufen. Die Westdeutschen hätten auf die Frage nach ostdeutschen Markenprodukten vor allem das Waschmittel Spee des Düsseldorfer Konzerns Henkel und den Rotkäppchen-Sekt aus Freyburg in Sachsen-Anhalt genannt.

Schiller sagte, markenlose Produkte erzielten in den neuen Ländern eine höhere Akzeptanz als in den alten Ländern. Vier Fünftel der Ostdeutschen hätten der Aussage zugestimmt, bei Markenprodukten hauptsächlich den Preis und die Werbung zu bezahlen. Bei den Westdeutschen hätten rund zwei Drittel (67 Prozent) diese Aussage bejaht.

Das IMK erstellte die Studie zusammen mit der MDR-Werbung, einem Tochterunternehmen des MDR, und befragte nach eigenen Angaben 2.000 repräsentativ ausgewählte Menschen per Telefon. Je zur Hälfte stammten die Menschen aus den neuen und den alten Bundesländern. Die Studie wurde nach 2010 zum zweiten Mal erstellt und soll im kommenden Jahr wiederholt werden.

dapd

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