Suche nach Wöller-Nachfolger läuft auf Hochtouren

Ministerpräsident Stanislaw Tillich steht nach dem Rücktritt von Kultusminister Wöller unter Druck. Ob jetzt eine Regierungskrise droht, erfahren sie unter www.dresden-fernsehen.de. +++

In der sächsischen Staatsregierung dreht sich das Personalkarussell.

Einen Tag nach dem Rücktritt des Kultusministers Roland Wöller scheinen einige Kandidaten für das Amt in Aussicht zu stehen. Unter anderem der ehemaligen Justizministers Gerd Mackenrodt und auch der CDU-Generalsekretär Michael Kretschmer ist laut Agenturberichten im Gespräch.

Nach knapp vier Jahren als Kultusminister ist Roland Wöller am Dienstagnachmittag von seinem Amt zurückgetreten. Mit diesem Schritt reagierte er auf einen koalitionsinternen Streit um die Finanzierung zusätzlicher Lehrerstellen.

Den Rücktritt Wöllers sieht die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft als konsequenten Schritt an, der Anerkennung verdiene. Die Landesvorsitzende der GEW Sabine Gerold fordert nun dringende Nachbesserungen.

Interview Sabine Gerold, Landesvorsitzende Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, im Video

Das heißt im Klartext: Sachsen drohen wieder Lehrerstreiks wie schon 2009.
Momentan haben vor allem Lehreramtsstudenten unter den Kürzungen zu leiden, denn Referendare bekommen keine Stellen an sächsischen Schulen weiß Michael Moschke von der Konferenz Sächsischer Studierendenschaften. Darum sind seine Forderungen an Wöllers Nachfolger deutlich.

Interview Michael Moschke, Sprecher Konferenz Sächsischer Studierendenschaften, im Video

Doch dazu müsste Ministerpräsident Stanislaw Tillich erst einmal von seinem Stellenabbauprogramm abweichen.

Die größte Herausforderung in den nächsten Jahren wird tatsächlich der Generationenwechsel in der Lehrerschaft sein, denn bis 2016 werden mindestens 4000 neue Lehrer benötigt. Das Bildungspaket sieht aber nur 2200 Neueinstellungen vor.

Bisher ist aber keine Lösung in greifbarer Nähe, die bildungspolitische Sprecherin der SPD, Eva-Maria Stange sieht darum die Regierungskoalition in der Krise.

Interview Eva-Maria Stange (SPD), Sprecherin für Bildungspolitik, im Video

Eva Maria Stange sieht außerdem die sächsische Bildungspolitik als chaotisch an. Damit sich dieser Umstand ändert, muss Stanislaw Tillich schnell einen neuen Kultusminister finden.

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