De Maizière-Vorstoß sorgt für Kontroversen

Leipzig – Innenminister Thomas De Maizière fordert ein härteres Vorgehen gegen die linke Szene im Leipziger Stadtteil Connewitz. Rückendeckung kommt aus der Leipziger CDU-Fraktion. Fördermittel für Einrichtungen wie das Conne Island oder Werk II sollten überdacht werden. OB Jung stellt sich hinter die Kultureinrichtungen.

Nun auch in Leipzig Connewitz. Geht es nach Bundesinnenminister Thomas de Maizière sollen Treffs der linken Szene geschlossen werden. Nach den schweren Krawallen am letzten Wochenende im Zuge des G-20-Gipfels in Hamburg sollen nicht nur Zentren wie die Rote Flora in Hamburg oder auch in Berlin geschlossen werden sondern auch szenetypische Anlaufstellen in Leipzig. Dem CDU-Politiker nach seien Zustände, wie im Leipziger Süden nicht hinnehmbar. Der Bundesminister bekommt dafür Rückendeckung aus der Leipziger Fraktion der Christdemokraten.

Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung reagierte auf die Forderungen und sagte, dass man als Stadt weiter zu der Förderung soziokultureller Einrichtung steht. Jung stimmte aber mit dem Bundesinnenminister überein, dass man Kriminelle, die für solche Gewaltausbrüche in Hamburg verantwortlich sind, nicht akzeptiere. Er fordere daher ein konsequentes Vorgehen von Polizei und Verfassungsschutz.

Der Leipziger Stadtteil Connewitz ist jedoch seit mehreren jahrzenten für seine große alternative Szene bekannt. Es bleibt also zu vermuten das diese Offensive der CDU Fraktion eher der bevorstehenden Bundestagswahl geschuldet ist.
Die Leipziger selbst sehen die Aussagen von de Maizière kritisch. Für sie gehören Treffpunkte wie das Werk II und das Conne Island zum kulturellen Stadtbild mit dazu.

Das Jugend-Kulturzentrum Conne Island an der Koburger Straße soll auf der einen Seite ein Anlaufpunkt für gewaltbereite Autonome sein, weshalb es schon mehrfach in Verfassungsschutzberichten erwähnt wurde. Auf der anderen Seite bieten diverse kulturelle Veranstaltungen Familien und auch Kindern eine Anlaufstelle.