Tage der jüdischen Kultur eröffnet

Bereits zum 19. Mal finden in Chemnitz die „Tage der jüdischen Kultur“ statt.

Mehr als 40 Veranstaltungen zeigen dabei, das das jüdische Leben in unserer Stadt mehr denn je pulsiert. Und schon das Eröffnungswochenende hatte einige Höhepunkte zu bieten.

Die 19. Tage der jüdischen Kultur in Chemnitz sind offiziell eröffnet. In den kommenden zwei Wochen erwartet die Besucher ein abwechslungsreiches Programm von Konzerten und Ausstellungen, bis hin zu Vorträgen und Führungen.

Interview: Egmont Elschner – Tage der jüdischen Kultur in Chemnitz e.V.

Zum Auftakt sprach am Samstag Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig vor zahlreichen Gästen im Opernhaus die Eröffnungsrede. Sie unterstrich die besondere Bedeutung der jüdischen Gemeinde
für die Stadt und deren Einfluss auf die Chemnitzer Kunst- und Industriegeschichte. Zur Eröffnung erlebten die Besucher dann die Premiere des Stückes „Kaddish/Serenade“.

Das Ballett von Lode Devos zur Musik von Leonard Bernstein verbindet die trostspendenden Worte jüdischer Gebete mit den Ausdrucksformen modernen Tanztheaters. Die Darbietung des Ballett Chemnitz wurde von den Anwesenden mit großem Applaus honoriert. Am Sonntagmorgen trotzten viele Chemnitzer dem Winterwetter und begaben sich auf die Spuren der Gründer der jüdischen Religionsgemeinde.

Die kulturhistorische Führung über den jüdischen Friedhof auf dem Kaßberg beleuchtete die Schicksale einiger bekannter und unbekannter Chemnitzer Juden. Der 1879 angelegte „Gottesacker“ ist einer der ältesten Sachsens und ist im Gegensatz zu vielen anderen jüdischen Friedhöfen der Öffentlichkeit zugänglich. Er wird außerdem von der jüdischen Gemeinde Chemnitz weiterhin für Begräbnisse und Trauerfeiern genutzt.

Von der Vergangenheit in die Gegenwart – das jüdische Leben ist in Chemnitz seit der Wiedervereinigung wieder enorm aufgeblüht. Davon konnten sich auch die Besucher des Jüdischen Gemeindezentrums am Sonntagnachmittag überzeugen. Bei Spiel und Spaß konnten Kinder und ihre Eltern die Synagoge kennenlernen und einen Einblick in das jüdische Leben erhalten. Renate Aris führte die kleinen und großen Besucher durch das bunte Programm. Die 1935 Geborene ist häufig mit Schulklassen unterwegs und hört bei ihren Führungen mit Kindern durch die Stadt eine Frage ganz besonders oft. 

Interview:  Renate Aris – Jüdische Gemeinde Chemnitz

Freude hatten auch die Kinder an diesem Nachmittag beim Spielen mit dem so genannten Dreidl. Außerdem konnten sie lernen ihren eigenen Namen auf Hebräisch zu schreiben und Masken für das Purim-Fest basteln. Bei typischen israelischen Tänzen gab es dann bei Groß und Klein kein Halten mehr.

Insgesamt umfassen die 19. Tage der jüdischen Kultur in Chemnitz mehr als 40 Veranstaltungen. Noch bis zum 7. März haben die Chemnitzer Gelegenheit die blühende jüdische Kultur ihrer Stadt näher kennen zu lernen.

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