„Tandem“ – Hartz IV ist kein Berufsziel

Dresden - Die Kompetenzen von Jugendhilfe, Jobcenter und Familie sollen in Sachsen stärker gebündelt werden. Gemeinsam soll ein Weg aus Langzeitarbeitslosigkeit gefunden werden. Dazu wurde in Dresden sowie im Landkreis Leipzig ein Landesmodellprojekt gestartet. Jobcenter vermitteln weiter an soziale Einrichtungen.

Das neu aufgelegte Förderprogramm Tandem Sachsen zur Unterstützung von Langzeitarbeitslosen ist in der Landeshauptstadt Dresden gestartet. Drei Träger werden durch das Staatsministerium für Arbeit und Wirtschaft mit über 1,24 Mio. Euro unterstützt: die Transfer & Co. KG (440.000 Euro), die Outlaw GmbH (450.000 Euro) und die Donner & Partner GmbH (350.000 Euro). Die Projektlaufzeit beträgt drei Jahre.

Auch in der Region Leipzig erhalten ausgewählte Projekte eine Zuwendung in Höhe von rund 1,75 Mio. Euro für die kommenden drei Jahre:

© Bundesagentur für Arbeit

- der Verein für Motivation, Kommunikation und berufliche Bildung e.V. im Landkreis Nordsachen
- die Stadtverwaltung Leipzig/Kommunaler Eigenbetrieb in der Stadt Leipzig
- das Christliche Jugenddorfwerk Deutschlands gemeinnütziger e.V. (CJD Sachsen) im Landkreis Mittelsachsen/Döbeln

Mit dem neu aufgelegten Modellprojekt Tandem Sachsen sollen Elternpaare und Alleinerziehende unterstützt werden, von denen mindestens einer von Langzeitarbeitslosigkeit betroffen ist. Das Besondere daran: im Fokus steht die gesamte Familie. Die vielschichtigen Probleme und Bedürfnisse der Betroffenen erfordern individuelle und passgenaue Lösungswege und genau die bietet das Projekt. Ziel ist es, nach Möglichkeit mindestens eine erwerbsfähige Person pro Bedarfsgemeinschaft in ein nachhaltiges Beschäftigungsverhältnis zu vermitteln. Gleichzeitig erhalten Kinder und Jugendliche die bestmögliche Familienförderung, insbesondere was ihre Bildungskompetenz anbelangt. Das kann individuelle Lernförderung sein, aber auch Angebote im kreativen, sportlichen oder musischen Bereich sind möglich.
Dazu erklärte Arbeitsminister Martin Dulig: „Wir wollen die guten Bedingungen auf dem Arbeitsmarkt nutzen, um Langzeitarbeitslose noch gezielter zu unterstützen. Speziell in Familien wächst die Gefahr der ‚Vererbung‘ von Langzeitarbeitslosigkeit auf die Kinder. Diesen Kreislauf wollen wir durchbrechen. Im Unterschied zu anderen Beschäftigungsprojekten steht bei unserem Förderprogramm ‚Tandem Sachsen‘ deshalb die gesamte Familie im Vordergrund.“
Integrierte Beratungsteams - in der Regel Sozialpädagogen oder Psychologen - begleiten dabei die Familien. In Kooperation mit den Jobcentern und den Jugendämtern erfolgt so über die Regelangebote hinaus Betreuung aus einer Hand.

Zahlen und Fakten zu Tandem Sachsen

Tandem Sachsen richtet sich an Elternpaare und Alleinerziehende, die mit ihren Kindern in einer Bedarfsgemeinschaft leben und somit auf Sozialleistungen angewiesen sind. Die Auswahl der am Projekt teilnehmenden Familien erfolgt über die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Jobcenter.
Für Tandem Sachsen stehen aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) und aus Landesmitteln 9,2 Mio. Euro in den kommenden drei Jahren zur Verfügung. Alle Jobcenter, die gemeinsam mit dem zuständigen Jugendamt, ihr Interesse bekundet haben, können teilnehmen. Dies sind die Städte Dresden, Leipzig, Chemnitz und die Landkreise Mittelsachsen, Vogtlandkreis, Bautzen, Görlitz, Meißen und Nordsachsen.