HC Elbflorenz verpasst Heimsieg gegen Rimpar

Dresden - Betretene Mienen nach dem Abpfiff: Der HC Elbflorenz hat am Wochenende gegen die DJK Rimpar Wölfe eine unglückliche 25:28 (13:12) Heimpleite kassiert. Durch die Niederlage gegen den Tabellensiebten hat es der HCE verpasst, sich im Abstiegskampf etwas Luft zu verschaffen. Dabei startete das Heimteam von Chefcoach Rico Göde vor über 2000 Zuschauern in der BallsportARENA gut in die Partie:

Heimniederlage – Rimpar holt Dresden auf den Boden der Tatsachen

Kaum ein anderes Team in dieser Liga schafft es wie die DJK Rimpar dem Gegner die Inspiration zu nehmen und dazu selber noch so spielen, als hätte man die Mannschaft schon in der F-Jugend zusammengestellt. So kann man den Begriff Eingespieltheit in der 2. Liga gerne mit DJK Rimpar gleichsetzten. Die Dresdner bekamen das bitter zu spüren. Gästetrainer Ceven Klatt beschrieb nach dem Spiel die 1. Halbzeit ganz gut: „Beide Teams waren sehr gut auf einander eingestellt. Dies hat man in der 1. Halbzeit ganz klar gesehen.“

So fielen zunächst folgerichtig nicht viele Tore und nach 12 Minuten stand lediglich ein 3:3 auf der Anzeigetafel. Beide Teams hatten gegen die gegnerische Defensive so ihre Probleme ihr Angriffsspiel zu entwickeln. Zudem streuten beide Mannschaften in der Anfangsviertelstunde einige unnötige Fehler mit ein. Der so oder so schon eng geschnittene Kader der Unterfranken musste dann während der 1. Halbzeit den Verlust von Kreisspieler Patrick Gempp hinnehmen, dem wir von hier aus nur das Beste wünschen. Im Verlaufe der 1. Halbzeit wurde die Tordichte dann etwas höher. Es gelang aber keinem Team sich irgendwie abzusetzen. Ab der 20. Minute zeigten die Dresdner dann immer mal wieder auf, dass der Gegner im Blick auf das Tempospiel verletzlich war und traf so bspw. zweimal durch Phillip Jungemann zum 9:8 bzw. 10:9. Auch das 13:11 40 Sekunden vor der Pause von Nils Kretschmer geschah aus der 2. Welle heraus. In der 2. Halbzeit sollten aus Dresdner Sicht kaum noch solche Aktionen folgen. Auf der Seite des Gastes machten sich vor allem die Hereinnahmen von Spielmacher Benjamin Herth und dem Rückraumlinken Benedikt Brielmeier bemerkbar. Das Spiel der DJK lief vor allem durch Spielmacher Herth bedeutend besser als zuvor. Herth wurde dann im Verlauf der Partie immer mehr zum Schlüsselspieler für die Unterfranken. 4 Sekunden vor dem Pausenpfiff kam der Gegner durch den schon erwähnten Brielmeier dann noch zum 13:12 Anschlusstreffer. Insgesamt hatten die wieder über 2000 Zuschauer in der 1. Halbzeit eine vor allem kämpferische Partie gesehen.

Ein über 45 Minuten ausgeglichenes Spiel verlor der HC dann in der Schlussviertelstunde. In der Phase davor hatten die Sachsen sogar 17:15 geführt und auch die Chance gehabt auf 3 Tore Vorsprung zu erhöhen. Eine Foulsperre des HC ließ aber gar keinen Abschluss zu und so stand es wenig später erst 18:18 und dann 19:19. Bei einer Mannschaft wie der DJK Rimpar, die es mit hoher Konstanz schafft Spiele eng zu gestalten, kann ein Vorsprung bzw. ein Rückstand von 3 bis 4 Toren schon entscheidend sein. Und genau dies bekam das Heimteam dann zu spüren. DJK-Trainer Ceven Klatt nach der Partie: „Ab dem 19:19 hat es meine Mannschaft einfach geschafft noch einmal 5 bis 10 Prozent mehr zu herauszuholen.“ Als DJK-Linksaußen Dominik Schömig per Konter für sein Team 10 Minuten vor Ultimo das 20:23 erzielte, war das in der Nachbetrachtung die Entscheidung. Die Gäste ließen sich den Sieg jetzt nicht mehr nehmen und spielten jetzt fast jeden Angriff lange aus, ohne dabei das Torewerfen zu vergessen. Die Sachsen stellten in der Abwehr noch verschiedentlich um, kamen aber nicht mehr ins Spiel zurück. Ein in der Schlussphase sehr aktiver Michal Kasal brachte den HC zwar nochmal auf 23:24 heran, nach einer Auszeit der Rimparer traf aber zweimal DJK-Rückraumspieler Patrick Schmidt (23:26). Einmal war er vom Strafwurfpunkt eiskalt, das zweite Mal traf er nach einem Dresdner Fehler per Konter. Den letzten Treffer in der Partie setzte dann Michal Kasal zum 25:28 aus Dresdner Sicht.

Fazit: Die DJK Rimpar gewann verdient. Nachdem das Team von Ceven Klatt in der 50. Minute erstmals mit 3 Toren führte, war fast schon abzusehen, dass sich der Gast dies nicht mehr nehmen lässt. Bei aller wohlweißlichen Qualität des Gegners, war das Spiel für die Dresdner nach den letzten Wochen ein gewisser Rückschritt. Gegen eine Mannschaft die in 22 Spielen vorher im Schnitt auf knapp 23 Treffer kam, sind 28 Gegentore ein klares Statement. Zudem zeigte Rimpar an diesem Tag die ganz klar bessere Mannschaftsleistung und konnte auch bei den „Bankspielern“ durchweg überzeugen. HC-Trainer Rico Göde auf der Pressekonferenz nach dem Spiel: „Am Ende hat die Mannschaft gewonnen die cleverer ist. Davor habe ich die Mannschaft auch noch mal in der Halbzeit gewarnt. Ich habe dem Team gesagt, wir müssen es schaffen uns mal mehr als 2 oder 3 Tore abzusetzen, sodass wir nicht eine schwierige Situation hineingeraten. So ist es dann aber leider gekommen. Insgesamt standen wir zu oft lange in der Abwehr und kassieren dann doch den Gegentreffer. Da hatte die DJK auch viel Qualität im Rückraum. Auch hatten wir heute nicht die beste Torhüter-Performance. Was die Mannschafts- und Einzelleistungen angeht war uns Rimpar heute klar überlegen.“

Die Dresdner landen mit dieser Niederlage vorübergehend auf dem Boden der Tatsachen. Die nächsten Wochen müssen zeigen, was die Entwicklung seit dem Beginn der Rückrunde wert ist. Das Prinzip jedes Spiel für sich zu betrachten, gibt den Sachsen in der nächsten Woche die Chance es besser zu machen. Das Prinzip Entwicklungen über einen längeren Zeitraum zum betrachten unter anderem im Blick auf den Punktestand, beinhaltet die Pflicht es besser zu machen.

Tor: Göres/Huhnstock (beide Tor), Emanuel, Boese, Dierberg 5/5, Buschmann 2, Dumčius 3, Kretschmer 1, Jungemann 2, Hoffmann 1, Greß 5, Vančo, Quade 1, Kasal 4, Thümmler 1, Pechstein

Text: Wolfram Wegehaupt