Tatort: Floßgraben – Debatte zwischen Umweltschutz und Motorbootfahrten entfacht

Leipzig. Wer ohne Genehmigung in den Wald geht, um Bäume zu fällen, der muss mit einer Anzeige rechnen. Genau so hat es sich erst kürzlich auch am Floßgraben zugetragen. In Ufernähe wurden hunderte von großen und kleinen Bäumen beseitigt. Täter in diesem Fall: Die Stadt Leipzig selbst. Und auch die Strafanzeige ließ nicht lange auf sich warten:

In den vergangenen Wochen waren die Forstarbeiter unserer Stadt mehr als fleißig.

Am Floßgraben, der von der Pleiße bis zum Cospudener See fließt, befreiten die Arbeiter auf beiden Uferseiten einen etwa ein Meter breiten Streifen von sämtlichen Bäumen und Sträuchern.

Teilweise verlaufen die Flussabschnitte jedoch durch ein Naturschutzgebiet.

Dass dieser Kahlschlag von Seiten der Stadt nicht rechtlich abgesichert war, stellte der Naturschutzbund Leipzig fest und erstattete umgehend Anzeige gegen die Verantwortlichen.

Interview: Leonhard Kasek – NABU Regionalverband Leipzig e. V.

Bei den geschützten Vogelarten handelt es sich vor allem um Eisvögel, die überhängende Äste am Flusslauf dringend zum Überleben benötigen.

Doch warum sollte die Stadt ihre eigene Tierwelt gefährden? Der NABU Leipzig hat eine Vermutung.

Interview: Leonhard Kasek – NABU Regionalverband Leipzig e. V.

Diese Planung hat nicht nur Auswirkungen auf die Natur, sondern könnte den Fluss auch für andere beliebte Nutzungsarten – wie das Ruderbootfahren – unbrauchbar machen.

Das Amt für Stadtgrün und Gewässer Leipzig stand trotz Anfrage bis zum Redaktionsschluss leider nicht für eine Stellungnahme bereit.

+++ Ihre Meinung zum Thema hat hier Platz. Wie empfinden Sie das Vorgehen der Stadt Leipzig? Oder reagiert Ihrer Meinung nach der NABU etwas zu heftig mit einer Anzeige? Schreiben Sie einem Kommentar. +++