Tatra-Wagen als Botschafter der Kulturhauptstadt

Chemnitz - Schwere Technik hat sich am Mittwoch am Chemnitzer Stadthallenpark postiert. Achtzehneinhalb Tonnen galt es anzuheben, soviel wiegt ein Tatra-Wagen. Ein Kran setzte ihn auf extra verlegte Schienen vor der Stadthalle. Die Bahn erinnert jetzt an über 50 Jahre Chemnitzer Technikgeschichte. Solange prägten die Tatras das Stadtbild, bevor sie in diesem Jahr endgültig von neuen Skoda-Bahnen ersetzt wurden.

Schienen vor dem Haupteingang der Stadthalle sind etwas ungewöhnlich, doch nicht unmöglich. Die vergangene Woche verlegte Schiene ist notwendig, da ab 29. Juli im Stadthallenpark, genau vor dem Eingang zur Stadthalle, eine ausgemusterte Tatra-Doppeltraktionen „in Dienst gestellt“ wird. Nach über 50 Jahren, wo die Tatra-Bahnen den öffentlichen Nahverkehr und damit auch das Stadtbild von Chemnitz geprägt haben, soll dem Fahrzeug noch einmal ein besonderer Augenblick zuteil werden. Zum Parksommer in der Chemnitzer Innenstadt wird sie als Begegnungsstätte dienen und für Veranstaltungen bereitstehen. Nicht nur Fans der alten Straßenbahnen dürfte das freuen, ist die Tatra doch mittlerweile fast nicht mehr im Stadtgebiet anzutreffen. Nebenbei soll damit die Bewerbung der Stadt Chemnitz zur Kulturhauptstadt 2025 tatkräftig unterstützt werden. „Die Tatra-Bahnen haben 50 Jahre lang das Stadtbild in Chemnitz mitgeprägt. Entsprechend freue ich mich, wenn wir ihnen vor dem verdienten Ruhestand noch einmal eine angemessene Plattform im Rahmen des Parksommers geben können; wenn sich unsere Besucher die Bahnen noch einmal in aller Ruhe und außerhalb des üblichen Verkehrsbetriebs ansehen und erleben können. Neben der Kommunikation für die Kulturhauptstadt 2025 werden wir einen Wagon auch für ergänzende Veranstaltungen im Rahmen des Parksommers einbinden.“, so Ralf Schulze, Geschäftsführer der C3 Chemnitzer Veranstaltungszentren GmbH und Mitwirkender an diesem Projekt. In Kooperation mit der C3 Chemnitzer Veranstaltungszentren GmbH und der CWE GmbH wurde die Idee ins Leben gerufen und befindet sich seit vergangener Woche in Umsetzung.

Jens Meiwald, Vorstand CVAG, gibt den Wert des Projektes noch einmal wieder: „Straßenbahnen sind immer auch verbindende Elemente einer Stadtgesellschaft. Ganz in diesem Sinne wünsche ich, dass sie uns auf dem Bewerbungsweg zur Kulturhauptstadt erfolgreich begleiten.“

Nach der Nutzung als Begegnungsstätte wird die Tatra-Doppeltraktion vom Stadthallenpark aus an die Feuerwehr in Chemnitz übergeben und dort zu Übungszwecken genutzt. Außerdem ist eine weitere Tatra-Traktion für die Ausstellung im Straßenbahnmuseum vorgesehen. Vier Tatra-Bahnen sind derzeit bei uns auf dem Betriebshof abgestellt, davon drei in fahrbereitem Zustand. Zu einem späteren Zeitpunkt sollen diese Fahrzeuge zu Arbeitswagen umgerüstet werden und so noch weiteren Nutzen stiften. Die übrigen sechs vorhandenen Tatra-Züge werden in naher Zukunft verkauft oder versteigert.