Teilneuwahl sorgt für Veränderungen im Stadtrat

CDU und AfD legen im Wahlkreis 9 zu. Wahlbeteiligung von 39,8 % auf 28,9 % gesunken. SPD muss einen Sitz im Stadtrat an die CDU abgeben. +++

Leipzig hat gewählt! Ganz Leipzig? Nein… denn nur die Einwohner im Wahlkreis 9 wurden am Sonntag erneut aufgerufen ihre Stimme für die Stadtratswahl abzugeben. Die Teilneuwahl wurde nötig, weil die NPD beim ersten Anlauf einen Kandidaten ins Rennen schickte, der gar nicht zugelassen war. Und wie erwartet hatte der erneute Urnengang Folgen für die ganze Stadt.

Ausschlaggebend für den Ausgang der Teilneuwahl war die Wahlbeteiligung… und die ist – wie befürchtet  – erneut gesunken. Von den etwa 44.000 zur Stimmabgabe aufgerufenen Einwohner von Mockau-Süd, Mockau-Nord, Gohlis-Mitte, Eutritzsch, Seehausen und Wiederitzsch haben sich am Sonntag nur 28,9 Prozent an der Wahl beteiligt – etwa zehn Prozent weniger als noch Ende Mai. Und die Einwohner haben sich damit keinen Gefallen getan. Durch die geringe W’ahlbeteiligung sind nun nur noch fünf statt bisher sieben Kandidaten aus dem Wahlkreis 9 im Stadtrat vertreten. Es gibt aber auch Gewinner – die sitzen vor allem bei der CDU und der AFD. Denn die Christdemokraten konnten ihr Ergebnis leicht verbessern, die AFD holte im Wahlkreis 9 sogar knapp sechs Prozent mehr als noch Ende Mai. Alle anderen Parteien haben Stimmen verloren, allen voran die SPD. Und dieses Ergebnis gemischt mit der geringen Wahlbeteiligung sorgt nun sogar für eine leicht veränderte Sitzverteilung im Stadtrat.
Die SPD muss einen Sitz abgeben, und kommt nun auf 13. Gehen muss der Sozialdemokrat Hassan Soilihi Mzé, seinen Platz bekommt CDU-Mann Nils Oberstadt. Damit sind die Christdemokraten mit 19 Sitzen nun stärkste Kraft im Stadtrat. Bei den anderen Parteien ändert sich auf den ersten Blick nichts, zumindest die Sitzverteilung bleibt gleich. Allerdings muss intern umbesetzt werden. Bei den Linken fliegt Odette Gleiniger raus, für sie kommt Rüdiger Ulrich. Bei den Grünen muss Alrun Tauché ihren sicher geglaubten Stadtratssitz für Parteikollegin Petra Cagalj-Sejdi räumen.
Wie es nun weitergeht, ist noch nicht ganz klar. Der neue Stadtrat soll nun eigentlich schnell seine Arbeit aufnehmen. Laut dem Amt für Statistik und Wahlen kann das aber bis Januar dauern. Allerdings könnten die jetzt aus dem Stadtrat herausgeflogenen Kandidaten auch noch den Klageweg gehen.