Thalheim: Verfolgungsjagd endet im Crash

Die tagelange Flucht eines 24-jährigen Mannes mit einem gestohlenen Auto endete am Dienstagnachmittag in Handschellen und führt heute vor den Haftrichter.

Bei dem Fluchtauto handelt es sich um einen am 8. Februar 2014 vom Freigelände eines Autohauses in Aue gestohlenen Ford Focus. Seitdem war Polizisten der Pkw immer wieder an verschiedenen Orten und zu verschiedenen Zeiten fahrend aufgefallen. Ihn stoppen und den zunächst unbekannten Fahrer greifen, konnten die Beamten am Dienstagnachmittag nach stundenlanger Verfolgung im Direktionsbereich.

Die Chronologie einer Verfolgung:

8. Februar:
Am Abend taucht der Ford an einer Tankstelle in Annaberg auf. Der Fahrer betankt das Auto und fährt ohne zu bezahlen weg.

13. Februar:
Kurz nach Mitternacht wird der Ford in Oberlichtenau betankt. Auch hier verschwindet der Fahrer mit dem Auto ohne zu bezahlen.

Am Abend wird mit dem Ford in Oelsnitz/Erzgeb. in der Pflockenstraße ein Unfall verursacht. Beim Abbiegen fährt der Fahrer gegen ein Verkehrszeichen und flüchtet dann mit dem Pkw vom Unfallort. Zeugen melden den Unfall der Polizei.

Gestern, 18. Februar:
Gegen 8 Uhr wurde der Ford in Marienberg erneut betrügerisch betankt. Die von der Tankstelle informierte Polizei leitete die sofortige Fahndung nach dem Fahrzeug ein.

Gegen 13.50 Uhr näherte sich der Ford einer Kontrollstelle der Polizei auf der B 180 in Burkhardtsdorf/Ortsteil Meinersdorf in Fahrtrichtung Thalheim. Als der aus der Gegenrichtung kommende Ford-Fahrer die Polizei sah, gab er Gas. Die Polizisten nahmen die Verfolgung auf, verloren den Pkw jedoch zunächst aus den Augen.

20 Minuten später sichteten andere Einsatzkräfte sowie Bürger den Ford im Bereich Gornsdorf auf einem Waldweg in Richtung Auerbach/Erzgeb. Dann tauchte der Pkw in Gelenau aus der Waldstraße kommend auf und flüchtete Richtung B 95.

Gegen 15.45 Uhr fuhr der verfolgte Ford in Thalheim in der Unteren Bahnhofstraße in eine mit einem Funkstreifenwagen errichtete Straßensperre. Der Fahrer rammte das Polizeiauto, das dadurch gegen einen abgestellten Linienbus geschleudert wurde. Als die Streifenwagenbesatzung den Fahrer festnehmen wollte, hatte dieser die Tür verriegelt und beschleunigte das Auto. Aufgrund der Unfallschäden zog der Pkw nach rechts und kollidierte ebenfalls mit dem abgestellten Bus. Nachdem der Fahrer der mehrfachen Aufforderung der Polizisten auszusteigen nicht folgte, wollte er durch die offene Scheibe der Beifahrertür flüchten. Dabei griffen die Polizisten den Mann, legten ihm die Handfessel an und sprachen ihm die vorläufige Festnahme aus.

Personen wurden bei dem Unfall in der Unteren Bahnhofstraße nicht verletzt. Der Sachschaden beziffert sich auf insgesamt rund 9 000 Euro. Der Ford wurde beschlagnahmt.

Bei dem 24-jährigen Fahrer stellte sich heraus, dass er nicht im Besitz einer Fahrerlaubnis ist. Ein Drogenschnelltest reagierte positiv auf Amphetamine. Eine Blutentnahme wurde durchgeführt.
Die Staatsanwaltschaft Chemnitz stellte Antrag auf Erlass eines Haftbefehls gegen den 24-Jährigen. Er soll am Mittwoch dem Haftrichter vorgeführt werden.

Die Ermittlungen führt die Soko „Kfz“ des LKA Sachsen, die bereits in Sachen Diebstahl des Ford die Ermittlungen aufgenommen hatte. Ob der 24-Jährige für die eingangs genannten Straftaten ebenfalls als Tatverdächtiger in Frage kommt, müssen die weiteren Ermittlungen zeigen. Im gestrigen Fall ist der junge Mann des gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr verdächtig.

An der Verfolgung seit dem Dienstagmorgen waren über den Tag verteilt elf Polizeiwagen in Blau-Silber bzw. Zivilfahrzeuge und insgesamt über 20 Polizisten beteiligt.