Tipps für Eltern zu neuen Datenschutzrichtlinien bei Facebook

Der Menüpunkt „Warum wird mir das angezeigt?“ bei Facebook verrät, welche persönlichen Daten die Seite für Werbekunden vermarktet. Unliebsame Angaben können dort entfernt werden. Nutzerbasierte Werbung lässt sich über die “European Digital Advertising Alliance“ abschalten. +++

Persönliche Nachrichten austauschen, Fotos hochladen und erfahren was Freunde und Bekannte gerade machen – soziale Netzwerke üben einen besonderen Reiz auf Jugendliche aus. Das beliebteste Netzwerk Facebook ändert nun die Datenschutzrichtlinien in seinen Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB). Nutzer, die sich ab dem 30. Januar 2015 einloggen, akzeptieren diese automatisch.

Facebook erweitert damit sein Angebot an nutzer- und ortsbezogener Werbung und kann damit nun auch registrieren, wo Nutzer parallel surfen, während sie auf Facebook eingeloggt sind. Jeder Nutzer bekommt auf Basis persönlicher Daten wie Interessen, Alter oder Wohnort bestimmte Werbung zu sehen. Zudem will Facebook die Standortinformationen nutzen, um weitere Informationen bereitzustellen – etwa Werbung von Lokalen oder Statusmeldungen von Freunden in der Nähe. Standortdaten sind aus Sicherheitsgründen generell auszuschalten und nicht zu teilen.

Einstellungen genau prüfen
„Aufgrund des laxen Umgangs mit dem Daten- und Jugendschutz ist Facebook für Kinder und Jugendliche eher ungeeignet“, meint Kristin Langer, Mediencoach von SCHAU HIN!. Erlauben Eltern ihrem Kind dennoch die Nutzung von Facebook ist es besonders wichtig, dass sie mit ihm das Profil einrichten und dabei genau auf die Sicherheits- und Privatsphäre-Einstellungen achten. Anleitungen dazu finden Eltern im Bereich „Soziale Netzwerke“ auf schau-hin.info. Kinder sollten ihr echtes Alter angeben, da in den Profilen Minderjähriger andere Voreinstellungen gelten, keine privaten Details preisgegeben und Daten nur „Freunden“ zugänglich machen. Da sich die Einstellungen immer wieder ändern, ist es ratsam, dass Eltern und ihre Kinder diese immer wieder kontrollieren.

Personalisierte Werbung verhindern
Werbeanzeigen auf Facebook erscheinen direkt in der Timeline zwischen den Neuigkeiten und führen dann zu Facebook-Seiten von Unternehmen, oft mit dem Hinweis, dass einem Freund diese Seite gefällt. Facebook nennt diese Werbeform „soziale Werbeanzeigen“. Nutzer können in den Einstellungen unter dem Punkt „Werbeanzeigen“ verhindern, dass Facebook eigene Interaktionen mit Werbung anzeigt, wenn sie die Option „Niemand“ auswählen.

Klickt man in einer Werbeanzeige („Vorgeschlagener Beitrag“) auf den Pfeil in der rechten oberen Ecke, kann man festlegen, dass man bestimmte Werbeformen nicht sieht oder bestimmte Facebook-Seiten komplett verbergen. Der Menüpunkt „Warum wird mir das angezeigt?“  verrät, welche persönlichen Daten Facebook für Werbekunden vermarktet. Unliebsame Angaben können hier entfernt werden. Nutzerbasierte Werbung lässt sich über die „European Digital Advertising Alliance“ (www.youronlinechoices.com/de/praferenzmanagement) abschalten.

Kindgerechte und sichere Netzwerke wählen
„SCHAU HIN!“ empfiehlt, dass Eltern zusammen mit ihrem Kind ein soziales Netzwerk aussuchen, das auch dessen Alter, Interessen und Schutzbedürfnis entspricht. Kindgerechte soziale Netzwerke sind leicht zu bedienen, altersgerecht gestaltet und von Moderatoren begleitet, die notfalls in die Diskussion eingreifen können. Die Anmeldung erfordert die Erlaubnis der Eltern und verzichtet weitgehend auf die Abfrage sensibler Daten.

Webtipps für Kinder, Jugendliche und Eltern
Kindercommunitys sind etwa www.chat.seitenstark.de, www.tivitreff.de, www.knipsclub.de (alle ab 8 Jahren) oder www.mein-kika.de (ab 10 Jahren). Auf www.schau-hin.info bietet SCHAU HIN! weitere Informationen zu sozialen Netzwerken. Zusätzliche Tipps erhalten Eltern auf dem Portal „Klicksafe“ (www.klicksafe.de/facebook) oder unter www.chatten-ohne-risiko.de. Empfehlenswert ist zudem der Ratgeber „Facebook und andere Netzwerke“ von Thomas Feibel.

Quelle: SCHAU HIN! Was Dein Kind mit Medien macht.

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