Psychologin gibt Tipps für das Homeoffice

Sachsen – Die aktuelle Corona-Krise führt dazu, dass viele Personen und Unternehmen auf Homeoffice umstellen – häufig ohne Absprachen im Team, wie die Zusammenarbeit nun ablaufen kann. Gerade jetzt ist es jedoch wichtig, zusammenzuhalten und alle mitzunehmen. Dr. Ulla Nagel hat daher 5 Tipps für Sie, wie Ihr Team auch von zuhause aus leistungsfähig bleibt:

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1. Regelmäßige Absprachen
Wenn die täglichen Gespräche im Büro wegfallen, in denen viele Themen nebenbei geklärt wurden, müssen neue Lösungen für den Austausch her. Wir empfehlen, sich öfter, aber dafür kürzer zu besprechen. Wie wäre es z.B. mit einem virtuellen Check-In jeden Morgen, bei dem sich die Teammitglieder kurz begrüßen und aktuelle Aufgaben verteilen?

2. Besprechungsregeln einführen
Die ersten online-Besprechungen dauern üblicherweise etwas länger als geplant. Das kann verschiedene Gründe haben: Man muss sich erst an die Technik gewöhnen – und das Bedürfnis nach Austausch ist gerade besonders groß, weil man im Alltag nicht mehr so viele Personen trifft. Überlegen Sie daher gemeinsam mit Ihrem Team, wie Sie hier mehr Struktur schaffen. Eine kurze Agenda, Zeitbegrenzungen oder klar definierte Fragen, bei denen jeder zu Wort kommt, können helfen. Aber: Auch der Smalltalk vor den Besprechungen ist wichtig  und sollte nicht komplett wegrationalisiert werden.

3. Tagesziele setzen
Gerade jetzt ist Struktur wichtig. Brechen Sie daher größere Projekte auf kleine Ziele herunter. So bleiben Sie fokussiert und haben jeden Tag eine klare Aufgabe, die sie abhaken können. Das schafft Erfolgserlebnisse. Noch effektiver ist es, die Tagesziele im Team zu teilen, beispielsweise über kurze, tägliche Statusmeetings oder eine gemeinsame To-Do-Liste. Wir empfehlen dafür z.B. das kostenlose Programm Trello.

4. Vertrauen schaffen
Für viele Menschen ist es ungewohnt, nicht mehr zu sehen, an was die anderen aktuell arbeiten. Das Klischee von den faulenzenden Homeoffice-Mitarbeitenden hält sich hartnäckig. Dabei arbeiten einige zuhause sogar effektiver als im Büro! Hier gilt es daher, Stück für Stück mehr Freiräume zu schaffen. Das erfordert von allen Beteiligten viel Vertrauen: Führungskräfte vertrauen ihren Teammitgliedern, dass Arbeitsaufgaben effektiv erledigt werden– und Mitarbeitende sind offen gegenüber ihren Führungskräften und Kollegen, wenn sie an einer Stelle Probleme haben und nicht weiterkommen.

5. Das Team im Blick behalten
Wenn man sich nicht live sieht, kann es schnell passieren, dass Mimik und Gestik der Kollegen in einem kleinen Bildschirmfenster untergehen. Achten Sie bei Webkonferenzen daher noch stärker darauf, sich nicht gegenseitig zu unterbrechen und jeden zu Wort kommen zu lassen. Und sprechen Sie ruhig Kollegen oder Mitarbeitende nach der Konferenz nochmal privat an, wenn sie das Gefühl haben, dass er oder sie seit einigen Tagen niedergeschlagen wirkt. So stärken Sie den Zusammenhalt und beugen Konflikten vor.