Titans feiern den zweiten Saisonsieg

Den Titans gelingt der Befreiungsschlag: Mit einem 107:99 gewinnen die Titanen gegen die Rockets aus Gotha.

 Stehende Ovationen von den heimischen Fans gibt es oft, aber auch für die Gastmannschaft? So geschehen bei der Basketball- Regionalliga-Partie am Samstagabend in der Gothaer Ernestiner Sporthalle, als ein Großteil der gut 500 Zuschauer nach einem zweieinhalbstündigen Overtime- Krimi den siegreichen Gästen aus Dresden Tribut zollten.

 Mit einer überragenden Teammoral hatte der Tabellenletzte soeben den -achten in eigener Halle mit 107:99 (43:47, 84:84) nach Verlängerung niedergerungen. Bereits vor Spielbeginn zeigten sich die Gothaer als gastfreundlich, in dem Verein und Publikum den beiden „Ex-Raketen“ in Dresdner Reihen, Trainer Ronny Schönau und Center Benjamin Beyer, bei ihrer Rückkehr an alter Wirkungsstätte einen warmen und familiären Empfang bereiteten.

 Zum Tip-Off war es dann aber vorbei mit den Nettigkeiten. Beide Teams starteten aggressiv und motiviert in die mit Brisanz geladene Partie. Als kleine Überraschung für seine ehemaligen Weggefährten hatte Titans-Coach Schönau kurz vor Spielbeginn noch ein Ass aus dem Ärmel geschüttelt. Nachdem sich die „Titanen“ unter der Woche von Simon Gervé und Larry Johnson getrennt hatten, präsentierten die Sachsen mit dem 1,77 Meter großen US-Aufbauspieler Nicholas Perioli kurzfristig Johnsons Nachfolger.

 Unter der Führung des defensivstarken „Generals“ Perioli zeigten die Titans von Beginn an ein neues Gesicht. Vor allem defensiv war eine Steigerung zum Auftritt von vor 14 Tagen in Breitengüßbach zu erkennen. Gemeinsam mit dem Ton angebenden Perioli überzeugten besonders die Dresdner Flügelspieler in der Perimeter-Verteidigung. Wie Kletten hingen Maik Hammermeister, Robert Haas und Steve Göde an den Namenhaften Gothaer Flügelspielern Michael Rost, Terrell Towns und Vladislav Efanov.

 So verlagerte sich die Gothaer Offensive hauptsächlich auf das Spiel unterm Korb, wo die Thüringer mit Neuzugang Kevin Hopkins (27 Punkte) und Sascha Mäder (15) zwei zuverlässige Punktelieferanten hatten. Demgegenüber hielten aber auch die großen Mannen der Gäste mit. Sowohl Joseph Polite (19) als auch Robert Zobel (15) und Ben Beyer (10) strahlten mit guter Reboundarbeit unterm Brett Gefahr aus, während Top-Scorer Perioli (39) von draußen selbiges tat und so dafür sorgte, dass die Partie bis in die Schlussphase ausgeglichen blieb.

 Beim Stand von 82:82 ging somit die Begegnung in ihre vermeintlich letzte Minute, in der Rückkehrer Beyer hätte zum „Matchwinner“ avancieren können. Jedoch, sein Mitteldistanzwurf zum 84:82 glich Gothas Terrell Towns (27 Punkte) gut 14 Sekunden vor Ultimo wieder aus. Den Sieg auf der Hand vergab nunmehr Titans-Forward Robert Zobel den letzten Wurf mit der Schlusssirene, so dass die Partie in die Verlängerung musste.

 In der Extra-Spielzeit schien zunächst der psychologische Vorteil auf Seiten der Hausherren, da die Rockets die Overtime gleich mit einem Dreier von Towns eröffneten. Jedoch, anstatt einzubrechen, blieben die Titans diesmal standhaft. Mit drei verwandelten Freiwürfen und zwei erfolgreichen Würfen egalisierten Perioli und Polite den Rückstand und brachten so die Titans mit Vier in Front. Auf alle Gothaer Aufholversuche fanden Elbriesen nunmehr stets die passende Antwort. Als schließlich bei Anbruch der letzten Minute Steve Göde einen akrobatischen Zauberwurf mit auslaufen der 24-Sekunden-Angriffszeit verwandelte und Gothas Towns auf der Gegenseite von der Dreierlinie scheiterte, war die Partie zugunsten der Titans entschieden.

 Trotz des Sieges verweilen die Elbestädter weiterhin am Tabellenende der 1. Regionalliga Südost. Allerdings konnten die Schönau-Schützlinge auf den rettenden vorletzten Tabellenrang Boden gut machen, da Abstiegskonkurrent Weiden in Breitengüßbach unterlag. Abheben wird bei den Titans deswegen aber keiner. Besonders Trainer Schönau drückte auf die Euphorie-bremse: „Es war lediglich unser zweiter Sieg. Auch wenn ich mich heute freue, dass wir hier an meiner alten Wirkungsstätte punkten konnten, so sind wir noch lange nicht da, wo wir hin wollen.“

 Nächster Termin im Kampf um den Klassenerhalt ist nun der kommende Samstag, der 31. Januar. Dann empfangen die Elbriesen die Dachau Spurs. Zu ungewohnter Zeit, schon um 14 Uhr ist Tip-Off in der Margon Arena, Bodenbacher Straße.

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