Tödliches Kranunglück in der Nikolaistraße gibt weiter Rätsel auf

Die Bergungsarbeiten neigen sich dem Ende, aber es bleiben viele Fragen. Noch ist unklar, warum der Autokran am Sonntagmorgen umgestürzt ist. Die Baufirma wurde außerdem wegen unzureichender Absperrmaßnahmen kritisiert. +++

Die Bergungsarbeiten in der Innenstadt liefen auch am Dienstag weiter. Der Autokran, der am Sonntagmorgen in die Nikolaistraße stürzte, wurde weiter zerlegt. Bei dem Unglück kam der 53-jährige Kranführer ums Leben, drei weitere Arbeiter wurden verletzt. Viele Anlieger stehen noch unter Schock – aber es hätte noch viel schlimmer kommen können. Denn der Auslieger des Kranes stürzte genau auf den Freisitz des italienischen Restaurants Andria. Inhaber Enes Piyanci erinnert sich genau.
Der Freisitz wurde erst am Wochenende vor dem Unglück eröffnet, die Tische und Stühle waren nagelneu. Doch der entstandene Sachschaden ist fast schon Nebensache. Nicht auszudenken was passiert wäre, wenn der Kran eine halbe Stunde später umgestürzt wäre.
Mittlerweile ist der Schock halbwegs verdaut, doch es bleiben Fragen. Während Experten nach der eigentlichen Ursache des Unglücks suchen, gerät die Baufirma mehr und mehr in die Kritik. Denn die Nikolaistraße war zum Zeitpunkt des Unglücks zwar als Sackgasse für Fußgänger ausgewiesen. Dennoch kamen Passanten zu nah an die Baustelle heran.
Der verunglückte Kran wurde mittlerweile abtransportiert. Nun muss die Nikolaistraße noch gesäubert werden. Die Anlieger durften am Dienstagabend wieder in ihre Restaurants, Büros und Geschäfte. Auf die Polizei kommt aber noch jede Menge Arbeit zu. Derzeit laufen bereits die Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Körperverletzung.