Tornado über Sachsen: Bildergalerie von den Aufräumarbeiten in Großenhain

Einsatzkräfte von THW und Feuerwehr arbeiten gemeinsam an der Beseitigung der Sturmschäden. Fotos von Dienstagabend hier unter www.dresden-fernsehen.de +++

Unwettereinsatz Großenhain

Am Pfingstmontag gegen 20 Uhr machten sich 7 Helfer des Ortsverbandes Dresden auf den Weg nach Großenhain. Mit dem neuen Mehrzweckkraftwagen(MZKW) und dem Gespann der Fachgruppe Räumen (LKW Kipper und Radlader auf Tieflader) ging es in die 20.000 Einwohnerstadt 30km nördlich von Dresden.

Der Einsatzgrund war allen bewusst, es war ja nicht der erste Unwettereinsatz der meisten Helfer. Je näher wir unserem Bestimmungsort kamen, umso stärker wurde das Bild der Zerstörung.

Am Einsatzort unterstellten wir uns der örtlichen Feuerwehr, welche durch THW Fachberater unterstützt wurde.

Nach einer kurzen Pause fuhren wir durch das durch das dunkle Großenhain zum ersten Einsatzort, da der örtliche Energieversorger ENSO hatte alle Hände voll zu tun um die Stromversorgung wiederherzustellen. Zur ersten Aufgabe gehörte die Unterstützung der Feuerwehr bei der Beräumung eines Waldwegs, welcher die Zufahrt eines Hotels war. Eine kurze Abstimmung mit dem Gruppenführer der Feuerwehr klärte die die Vorgehensweise. Zum Einsatz kam der Radlader zur Beräumung des Weges. Extrem große Baumstämme und Reste der Freileitung wurden durch die Feuerwehr beseitigt bzw in „Radlader freundliche Stücke“ gebracht. Die Feuerwehr war froh über die Unterstützung durch das THW, da sonst die Beräumung noch einige kraftraubenden Arbeitsstunden bedeutet hätte.

Danach führte uns die örtliche Feuerwehr mit ihren Ortskenntnissen gleich zum nächsten Einsatzort. An der Brückenbaustelle der B101 waren bereits benachbarte THW Ortsverbände im Einsatz. Da eine Unterstützung mit Technik und Menpower nicht gebracht wurde, fuhren wir zurück zur Einsatzleitung in der Feuerwache Großenhain.

Gemeinsam mit einer anderen Feuerwehrbesatzung ging es zum nächsten Einsatzauftrag. Die Beräumung der Rosa Luxemburgstrasse sollte uns die restliche Nacht beschäftigen. Vom anderen Straßenende begannen ebenfalls Einsatzkräfte mit der Beräumung. Auch hier zeigte sich die Kombination aus Radlader und Kettensäge als eine gute Einsatztaktik. Bei Beseitigung von Bäumen und anderen Hindernissen wie die Reste von Dachstühlen und Gartenlauben muste mit viel Fingerspitzengefühl und Vorsicht vorgegangen werden, da immer wieder Fahrzeuge darunter lagen. Der Zustand der PKWs und LKWs reichte dabei von ein paar kleinen Dellen bis hin zum kompletten Totalschaden. Besonders schwierig stellten sich mehrere Bäume, welche an und auf Häusern lagen. Aufgrund des Eigenschutzes der Hilfskräfte kam dabei auch die Drehleiter der Feuerwehr zum Einsatz. Da jedoch nicht ausgeschlossen werden konnte dass bei der Entfernung von Trümmern und Bäumen zwangsläufig weiterer Schaden an den Gebäuden entstehen kann, wurde als Unterstützung die Polizei angefordert. Die Räumung der betroffenen Häuser als Vorsichtmaßnahme während der Arbeiten wurde trotz nächtlicher Uhrzeit von den Anwohnern ohne Probleme wahrgenommen. Mittels Radlader und Stahlseil (Greifzug) wurden danach die Bäume von der Fassade weggezogen und anschließend zerteilt am Straßenrand gelagert. Leider mussten auch einige noch stehende Bäume gefällt werden, da von ihnen eine erhöhte Gefahr ausging.

Es war bereits wieder Taghell als wir den Einsatzauftrag beenden konnten. Ein kurzes Frühstück bei der Feuerwehr mobilisierte die letzten Kräfte für die Rückfahrt in den Ortsverband.

Auf der Heimfahrt wurde uns dann erstmal das ganze Ausmaß des Unwetters klar, da es bei der Ankunft am Vorabend bereits dunkel war. Dabei fiel mir die Aussage eines Feuerwehrmanns von der Ankunft am Abend zuvor ein: Es gibt in Großenhain kein Gebäude ohne Schaden . Hausfassaden mit Golfballgroßen Einschlägen, zersplitterte Fenster, Abgedeckte Dächer und sogar ganze Dachstühle meterweit entfernt auf anderen Gebäuden zeugten von einem extremen Unwetter am Vortag.

Die Lösung der uns gestellten Aufgaben konnte mittels einer perfekten Zusammenarbeit von Feuerwehr und THW zügig und zuverlässig gelöst werden. Besonders der Bergungsgruppe gilt mein Dank bei der Unterstützung der Fachgruppe Räumen.

Um 9.30 konnten wir nach einem langen und kräftezehrenden Einsatz, müde aber zufrieden die Reise ins heimische Bett antreten.

Thomas Hopperdietzel

Fachgruppe Räumen

OV-Dresden

Bilder von: Thomas Hopperdietzel

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