Tornadogebiet wird aufgeforstet: Dresdner Schüler und Waldkönigin starten Sächsische Waldwochen

57 Schülerinnen und Schüler der 62. und 76. Mittelschule Dresden haben am Donnerstag gemeinsam mit der Sächsischen Waldkönigin und Sachsenforst Geschäftsführer Prof. Dr. Hubert Braun die 3. Sächsischen Waldwochen mit einer Pflanzaktion eröffnet.

Im Waldgebiet Landwehr bei Radeberg (Lkr. Kamenz) pflanzten sie auf einer durch den Tornado vom Pfingstmontag 2010 zerstörten Waldfläche junge Rotbuchen, Vogelkirschen, Lärchen und Bergahorne. Rund um den Tag des Baumes werden vom 11. – 30. April 2011  43 Pflanzaktionen, Projekttage, Waldsäuberungen und Waldführungen sachsenweit durchgeführt. Die Aktionswochen stehen unter dem Motto „Jeder kann etwas für den Wald tun“. „Wir integrieren gezielt Schulklassen, Vereine oder die gesamte Familie, um die Bedeutung der Wälder und die Leistungen der Waldbesitzer direkt am Objekt zu veranschaulichen“, hob Braun hervor.

Ein Tornado hinterließ am 24. Mai 2010 eine Spur der Verwüstung in einem eng begrenzten Gebiet zwischen Dommitzsch (Lkr. Nordsachsen) und Großröhrsdorf (Lkr. Kamenz). Insgesamt wurden 139.000 Kubikmeter Sturmholz bilanziert, allein 21.000 Kubikmeter im Waldgebiet Landwehr. Betroffen waren zu zwei Drittel private, kommunale und kirchliche Waldbesitzer. Ein Drittel des Sturmholzes fiel auf Waldflächen des Freistaates Sachsen an. Der Staatsbetrieb Sachsenforst hat betroffene Waldbesitzer durch intensive Beratung und im Rahmen von Betreuungsverträgen bei der Schadholzaufarbeitung, dem Einsatz forstlicher Dienstleistungsunternehmer und der Holzvermarktung unterstützt. Für Waldbesitzer wurden Schulungs- und Informationsveranstaltungen zu Fragen der Wiederaufforstung zerstörter Flächen und zu Fördermöglichkeiten angeboten. 90 Prozent der gesamten Sturmholzmenge sind mittlerweile aufgearbeitet. Im Staats- und Körperschaftswald sind die Aufräumarbeiten vollständig abgeschlossen worden. Private Waldbesitzer im Umfeld von Dresden werden erneut aufgefordert, deren Flächen vom Sturmholz zu beräumen.

„Das Sturmholz ist zum großen Teil beräumt. Der noch deutlich aufwendigere Arbeitsabschnitt folgt jedoch erst jetzt – die Pflanzung und nachfolgende Pflege der jungen Bestände“, fasst Hubert Braun zusammen. „Es werden Jahre vergehen, bis die neu gepflanzten Mischwälder sich etabliert haben.“ Die Bäume sind einem extremen Freiflächenklima ausgesetzt und können von Mäusen oder durch Wildverbiss geschädigt werden.

Von insgesamt 1.400 Hektar Pflanzfläche im sächsischen Staatswald im Jahr 2011 und 8,5 Mio. benötigten Bäumen werden 117 Hektar Staatswald im Tornadogebiet wieder aufgeforstet. Ein geringer Teil der Flächen wird sich selbst überlassen und als Sukzessionsfläche durch das Kompetenzzentrum Wald und Forstwirtschaft des Staatsbetriebes Sachsenforst wissenschaftlich untersucht.