Totes Baby lebte nach der Geburt

Dresden - Die Polizei hat am späten Donnerstagabend in Dresden ein totes Neugeborenes gefunden. Das leblose Baby war nach intensiver Suche gegen 22.30 Uhr an der Dohnaer Straße/Langer Weg entdeckt worden. Ursache für die Suchaktion war, dass am Nachmittag eine 36-jährige Frau aus Deutschland ins Krankenhaus eingeliefert wurde, die kurz zuvor entbunden aber kein Baby bei sich hatte. Die Frau wurde festgenommen. 

Am Freitagmittag gab die Polizei weitere Details bekannt gegeben. Das Baby lebte offenbar nach der Geburt am Donnerstagmorgen. Danach legte die Mutter das Kind unweit der Gleisschleife Prohlis unversorgt ab, wo es verstarb. Erst am späten Abend gab sie der Polizei einen Hinweis auf den Ort. Nach umfangreicher Suche konnten die Beamten nur noch das tote Kind bergen.

Die Ermittlungen von Staatsanwaltschaft und Polizei dauern an und werden noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Gegen die Frau wurde Antrag auf Haftbefehl gestellt. Ihr liegt Totschlag durch Unterlassen zur Last.

Schwangere Frauen, die sich in einer scheinbar ausweglosen Situation befinden, können in Dresden verschiedene Hilfsangebote in Anspruch nehmen. So bietet zum Bespiel der Verein Kaleb auf der Bautzner Straße einen 24 Stunden Notruf, die Möglichkeit zur anonymen Geburt, eine Babyklappe und eine Krisenwohnung an. Der Notruf (01804) 23 23 23 ist rund um die Uhr besetzt, eine der 16 ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen ist stets am Telefon und hört zu.