Touristenzahlen gehen in Dresden seit Januar zurück

„Die Gründe für diese Entwicklung sind vielschichtig und reichen von fehlenden Großkongressen in dem Zeitraum über schlechtes Wetter bis zu den negativen Dresden-Nachrichten aufgrund der Pegida-Demonstrationen“, sagt Dr. Bettina Bunge, Geschäftsführerin der Dresden Marketing GmbH. +++

Sechs Jahre in Folge konnte Dresden touristisches Wachstum verbuchen. Allein im letzten Jahr wurde mit einem Übernachtungswachstum von +7,6%  gegenüber dem Vorjahr ein Rekordergebnis von 4,44 Mio. Übernachtungen erreicht.

Für den aktuellen Zeitraum, Januar bis April 2015, sind die touristischen Werte jedoch  rückläufig. Die Übernachtungen liegen gegenüber dem Vorjahr insgesamt bei -5,0% (absolut wurden 999.657 Übernachtungen generiert), aus dem Inland bei -5,3% (absolut wurden  831.200 Übernachtungen generiert) und aus dem Ausland bei -3,5% (absolut wurden  168.457 Übernachtungen generiert).

 

„Wir bedauern es sehr, nach fünf Rekord- und sechs Wachstumsjahren in Folge erstmals einen touristischen Rückgang verbuchen zu müssen. Die Gründe für diese Entwicklung sind vielschichtig und reichen von fehlenden Großkongressen in dem Zeitraum über schlechtes Wetter bis zu den negativen Dresden- Nachrichten aufgrund der Pegida-Demonstrationen“, sagt Dr. Bettina Bunge, Geschäftsführerin der Dresden Marketing GmbH. „Aus dem Ausland ist das Minus vornehmlich auf den starken Rückgang aus Russland aufgrund des Rubelverfalls und der schlechten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zurückzuführen. Die Rückgänge aus Russland betreffen derzeit viele Destinationen“, sagt Bunge. 

Der sächsische Mittelstand hat sich im Laufe der Jahre einen regen geschäftlichen Austausch mit russischen Unternehmen aufgebaut, und  Dresdens Renommee als attraktive Kultur- und Shoppingdestination ist gerade in diesem Auslandsmarkt enorm gestiegen. Umso mehr trifft die russische Wirtschaftskrise die Stadt und schlägt sich in einem Rückgang von -33,2% in den Übernachtungen aus Russland nieder.

Zudem konzentrieren sich die großen Kongresse und Tagungen in diesem Jahr, anders als im Vorjahr, auf die letzten zwei Drittel des Jahres. „Ende März, Anfang April letzten Jahres hatten wir z.B. die DPG Frühjahrstagung der Sektion Kondensierte Materie in Dresden – mit 4.500 Teilnehmerinnen und Teilnehmern eine Großveranstaltung, die uns in diesem Jahr am Jahresanfang fehlt“, erklärt Bunge.

Die öffentliche Wahrnehmung Dresdens im Zusammenhang mit den Pegida-Demonstrationen erklärt vor allem einen Teil der Rückgänge aus dem Inland. „Hier sehen wir großen Handlungsbedarf. Dresden zu meiden, um sich vermeintlich politisch korrekt zu verhalten, wäre das falsche Signal. Daher müssen wir uns gemeinsam für unsere Stadt stark machen und die Menschen aus dem In- und Ausland einladen, die vielen positiven Facetten Dresdens kennenzulernen. Dresden ist ein geschichts- und kulturvolles Reiseziel, eine professionelle Kongressdestination und ein innovativer und international bekannter Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort, und dies werden wir mit unseren Vermarktungsaktionen im In- und Ausland weiter gemeinsam kommunizieren“, sagt Bunge weiter.

Der Veranstaltungskalender der kommenden Monate ist prall gefüllt mit attraktiven Events – von den Filmnächten am Elbufer über das Dresdner Stadtfest bis hin zur Festwoche 10 Jahre Weihe Frauenkirche oder den Angeboten der Weihnachtsstadt. D.h. viele Reiseanlässe warten noch in den kommenden besucherstarken Monaten.

„Anfang des Jahres hatten wir noch ein Übernachtungswachstum für 2015 von + 1% bis +2% gegenüber dem Vorjahr  prognostiziert. Aufgrund der aktuellen Entwicklung in den ersten vier Monaten und unseren Informationen aus der Dresdener Hotellerie können wir unseres Erachtens nur dann das Rekordjahresergebnis vom Vorjahr in Höhe von 4,4 Mio. Übernachtungen halten, wenn wir alle gemeinsam wieder mehr positive Nachrichten in die Welt senden und mit unserem Handeln täglich unsere Gäste aus aller Welt herzlich willkommen heißen. Wir glauben an die Stärke der Marke Dresden und an die Kraft der freundlichen und weltoffenen Dresdnerinnen und Dresdner“, sagt Bunge.

Um den vielschichtigen Aufgaben gerecht werden zu können, sind allerdings mehr finanzielle Mittel für die Vermarktung von Dresden notwendig, dies fordert auch Marco Bensen, Vorstandsvorsitzender von Dehoga Dresden e.V. und Direktor vom Hotel Innside Dresden.

Quelle: Dresden Marketing GmbH