Tragikomisch: Der Menschenfeind in der Komödie Dresden

Der Komödienschreiber Moliere ist jedem bekannt.

1664 hat er allerdings eine Komödie geschrieben, die einen sehr ernsten Hintergrund hat.
Die Komödie Dresden zeigt ab heute „Der Menschenfeind“ in einer Bearbeitung von 1979.

Wir befinden uns auf dem Dach eines Altbaus, irgendwo in einer Großstadt. Die Tür springt auf, laute Musik ist zu hören, zwei Menschen steigen hinaus aufs Dach.
Einer davon ist Alceste, er kommt nicht klar mit der Welt, in der er lebt.
Oder besser: Leben muss.
Er ist angewidert von der Verlogenheit seiner Mitmenschen.
Es wird bestochen, gelästert und geheuchelt.

Regisseur Martin Woelffer inszenierte den Molièrschen „Menschenfeind“ nach einer Neubearbeitung der 70er Jahre von Hans Magnus Enzensberger.

Die Mechanismen von vor 350 Jahren zu Molières Zeiten sind immer noch die gleichen. Auch heute.
Die gesprochenen Reime wirken allerdings angesichts des modernen Disko- und Business-Outfits etwas gewöhnungsbedürftig.

Alceste der „Menschenfeind“ muss erkennen, dass ihn keiner versteht.
Nicht einmal seine engsten Freunde.
Überzeugend gespielt von Thomas Schendel.
Ein sehr ernster Stoff für eine Komödie, bei der einem das Lachen mitunter im Halse stecken bleibt.
Molière hat seinen „Menschenfeind“ wohl nur Komödie genannt, um 1664 der Zensur zu entkommen.
Die Komik kann in diesem Stück nur von den Personen selbst kommen. Wirklich komisch wirkt allerdings nur Manon Straché als ewig keifende Arsinoé.

Neugierig auf das Stück dürfte aber vor allem Martin Woelffers Schluss machen.
Wohin flieht der Menschenfeind?

Und das lohnt sich auch für alle Serien-Freunde.
Bekannte Gesichter aus Fernsehserien wie „Lindenstraße“, „Grilfriends“ oder „Der Fahnder“ können die Zuschauer live auf der Bühne erleben.
Ab heute in der Komödie Dresden.