Transplantationsskandal – Uniklinik Leipzig verwickelt

Leipzig – Die Uniklinik Leipzig hat offenbar systematisch Krankenakten von Patienten manipuliert, damit diese schneller an ein Spendeorgan gelangten. Zu diesem Befund kam eine unabhängige Überwachungskommission, die bundesweit insgesamt 31 Transplantationsprogramme einer Prüfung unterzog.

Insgesamt 29 Fälle sollen in Leipzig im Zeitraum von 2010 bis 2012 vorgefallen sein. Verantwortliche hätten die Patienten demnach kränker dargestellt, als sie tatsächlich waren, um diese in der Spendeliste nach oben zu befördern. Je höher ein Patient gelistet ist, desto eher hat er Anspruch auf ein Spendeorgan. In den festgestellten Fällen handelte es sich um Lungentransplantationen.
Auch in den Unikliniken Hamburg-Eppendorf und Jena ließen sich für die Jahre 2013 bis 2015 Manipulationen nachweisen.