Traumautos

Neue Sonderausstellung lässt Träume wahr werden • August Horch Museum zeigt bis Juli die Super-Sportwagen großer Marken

Am 06. März 2009 um 10:30 Uhr wurde unter großer Begeisterung die bis zum Sommer erlebbare Sonderausstellung „TraumAutos“ im Zwickauer August Horch Museum eröffnet. Da treffen solch große Sportmarken wie z.B. McLaren Mercedes, Porsche, Aston Martin oder Lamborghini auf Audi R8 oder den Bugatti mit siebenstelligem Einkaufspreis. Sieben stolze Kraftpakete werden bis zum 19. Juli 2009 besonders männlichen Besuchern feuchte Augen und einen erhöhten Herzschlag bereiten.

Schon in den frühen Jahren des Automobilbaus beabsichtigten einige Marken, aus der Masse herauszuragen und etwas Besonderes zu schaffen. Ihr Interesse galt dem Automobilrennsport, um die hohe Schule ihrer Ingenieurskunst unter Beweis zu stellen und bekannt zu werden. Geschwindigkeits-rekorde und ganze Siegesserien gehören heute wie damals mehrheitlich zu ihrer Entwicklung. Um teure Projekte des Rennsports für den normalen Straßenverkehr zu nutzen, entstand die Idee des Gran Turismo – sportlicher Geist mit exklusivem Reisegenuss zu verbinden.
Heute knüpfen die Supersportwagen-Marken an diese Mythen an. Ihre Geschichte trägt ihr Image und wird durch eine Verbindung von Extremen geprägt. Hochleistungstechnik, meist aus dem Formel 1- oder Langstreckenrennsport, Komfort und Luxus sowie extravagantes Design gehen eine Symbiose ein, welche die Spitze des Automobilbaus aufzeigt. Dabei geht es nicht um Vernunft, sondern um Begeisterung an der Leistung im Überfluss, um Faszination an Superlativen und Auffälligkeit außerhalb der Großserie. Unter einem großen Anteil an Handarbeit hergestellt, verlassen nur geringe Stückzahlen die Stätten ihrer Geburt. Auch im Karosseriestyling bieten sie unverwechselbare Identitätsmerkmale, zumeist Erfolge der Vergangenheit neu interpretierend. Mit einer anspruchsvollen Dynamik im Design erlangen sie eine unverkennbare, visuelle Präsenz. Supersportwagen elektrisieren Automobilfans, sie erzeugen eine vehemente Anziehungskraft und sinnliche Emotionen auf der ganzen Welt.

Im Einzelnen werden gezeigt:

1. Mercedes-Benz SLR McLaren
Seit der Verschmelzung zur Daimler-Benz AG 1926 tragen deren Fahrzeuge den Namen Mercedes-Benz.
Der Mercedes-Benz SLR McLaren zitiert die Sportwagenlegende 300 SLR-Coupé in einer Synthese aus Mythos und Innovation. Mit ihm dokumentieren die Stuttgarter Daimler AG und ihr Formel 1 Partner McLaren ihre langjährige Erfahrung im Bau von Hochleistungssportwagen. Als solcher vereint er in sich die Gran Turismo-Eigenschaften wie Sicherheit, Komfort und Alltagstauglichkeit mit neuen technologischen Entwicklungen des Rennsports. So besteht die an die Formel 1 angelehnte Frontstruktur erstmals im Serienautomobilbau aus Carbonfasern, welche der Karosserie bei geringem Gewicht eine vorbildliche Energieabsorption und damit höchste Insassensicherheit verleihen. Die typischen Proportionen – lang gezogene Motorhaube, weit nach hinten gesetzte Fahrgastzelle und kurzes Heck – sind Ausdruck hoher Geschwindigkeit und des Front-Mittelmotor-Konzeptes. Der neu entwickelte V 8 Kompressormotor leistet 626 PS und beschleunigt den Sportwagen in 3,8 Sekunden auf 100 km/h. Motor und Getriebe sitzen hinter der Vorderachse. Adaptive Airbags, neuentwickelte Knie- und Sidebags, Gurtstraffer sowie hochbelastbare
Keramikbremsscheiben und eine ausfahrbare Luftbremse im Kofferraumdeckel runden die Sicherheitsausstattung des Mercedes-Benz SLR McLaren ab, der damit in dieser Fahrzeugklasse neue Maßstäbe setzt.

2. Porsche Carrera GT
Der sportliche Mythos der Marke Porsche geht bis auf die Zeit der intensiven konstruktiven Tätigkeit von Ferdinand Porsche zurück. Erstmals seit 1993, als in Detroit der Vorläufer des Porsche Boxters vorgestellt wurde, dringt der Hochleistungssportwagen „Carrera GT“ in neue Dimensionen vor und überschreitet die Grenzen modernen Sportwagenbaus. Die Konstruktion basiert auf purer Renntechnik, kombiniert mit funktionalem Design, die Alltagstauglichkeit, aber ebenso Exklusivität und eine emotionale Faszination
entstehen lassen. Den aerodynamischen Anforderungen dient ein integrierter Flügel, der bei Hochgeschwindigkeitsfahrten in Verbindung mit speziellen Luftführungskanälen und einem Heckdifusor für den erforderlichen Abtrieb und Ansaugeffekt sorgt. Aus dem Mittelmotorkonzept ergibt sich eine Konzentration der Fahrzeugmassen in der Nähe des Mittelpunktes und damit auch eine konstante Achslastverteilung. Die Karosserie im Verbund der Kohlefaserstruktur mit Elementen aus Stahl bietet sowohl höchste Fahrleistungsdynamik als auch gleichzeitig ein Sicherheitskäfigsystem, bei dem Frontal- und Seitenkräfte im Falle eines Crashs wirkungsvoll abgeleitet werden. Die Herstellung, auf 1.270 Stück limitiert, ist im Porsche-Werk Leipzig von 2003-2006 in Handarbeit erfolgt.

3. Aston Martin V 8 Vantage
Als 1914 Lionel Martin auf einem Singer-Fahrzeug mit mäßigem Erfolg am Bergrennen von Aston Hill
teilnahm, entstand die Idee zur eigenen Fertigung von Rennwagen für die Straße namens Aston Martin.
Aktuell gibt es zwei Grundtypen: die V12-Baureihe mit dem Coupé DBS, 380 kW (517 PS) und dem DB 9,
350 kW (477 PS), als Coupé und Volante sowie der ausgestellte V8 Vantage, 313 kW (426 PS) als Coupé
und Roadster. Der Aston Martin V8 Vantage erschien 2005 auf dem Markt und unterschied sich signifikant
von der bisherigen Modellpalette. Als letzter Entwurf von Hendrik Fisker und in Konkurrenz zum Porsche 911, Ferrari 430 und Lamborghini Gallardo war dies der Versuch, sich im lukrativen Segment der 100.000,- € Sportwagen zu etablieren. Ursprünglich nur als Coupé konzipiert, ergänzte 2007 die Firma dieses noch um ein Cabriolet. Zwar kleiner als seine größeren Brüder (Vanquish / DB 9) zeigte er seine Qualitäten als Sportler von Spitzenformat in aggressiver Manier. Handarbeit, Technik und das sehr elegante, maskuline Design stehen für die Essenz britischen Sportgeistes.
Damit peilt die „Edelschmiede“ auf jene Klientel, die sich vorher bei Porsche, Jaguar oder Maserati bediente.

4. Lamborghini Murcielago LP 640 Versace
Feruccio Lamborghini gründete 1948 sein erstes Fahrzeugunternehmen zur Herstellung von Traktoren.
Heute baut die Modellpalette auf zwei Grundtypen auf: dem Topmodell Murciélago und dem kleineren
Gallardo. Die brachiale Gewalt des Murciélago-12-Zylindermotors wandelt der Allradantrieb in einen
hemmungslosen Vortrieb um. Das verlangt nach überdurchschnittlichen Fahrern, die den stärksten Lambo Stier auch ohne EPS fest im Griff haben. Dieses Rennwagenbündel aus Kraft, Anmut und Technik sprintet mit ohrenbetäubendem Getöse in 3,4 Sekunden auf 100 km/h. Das Chassis weist einen hochfesten Stahlgitterrohrrahmen mit Kohlefaserelementen auf, die Karosserie mit Scherentüren und aerodynamischer Optimierung auf Abtrieb (Heckdiffusor, Heckspoiler) besteht aus Karbon und integrierten Stahlelementen. Mit der geschickten Weiterentwicklung der kantigen, keilförmigen Fahrzeugplastik unter der Regie von Audi sowie mit der Durchsetzung hoher Qualitätskriterien sind die gegenwärtigen Lamborghinis Kultobjekte. Eine stetig steigende Nachfrage bestätigt das große Interesse von Autoenthusiasten an den speziell auf die
Bereitstellung von Überfluss an Leistung zu opulenten Preisen ausgerichteten Nischenprodukte.

5. Audi R8
Die Identifikation der Marke Audi mit dem Motorsport ist unmittelbar in der Anfangszeit geboren. Kurz nach der Unternehmensgründung wurden bedeutende Erfolge bei den Österreichischen Alpenfahrten bis 1914 erzielt.
Die fünffache Erfolgsserie der R8-Langstrecken-Rennwagen in Le Mans wird Anlass zu einer Studie für einen Audi-Straßenrennsportwagen. Bei seiner Präsentation 2003 trug er den Namen Le Mans und sorgte weltweit für Aufsehen. Nur drei Jahre danach erfolgte der Serienanlauf, nur unwesentlich von der Studie abweichend. Den Audi R8 kennzeichnen Allradtechnik, Mittelmotoranordnung, wodurch die optimale Gewichtsverteilung von 44 % (vorn) und 56 % (hinten) entsteht, sowie konsequenter Leichtbau
mit Einsatz von Magnesium für das Karosseriegerippe und einer Karosserie aus Aluminium. Der V8 wird
ergänzt durch das Topmodell mit V10-Zylindermotor und Benzindirekteinspritzung mit 386 kW (525 PS).
Eine Roadsterversion ist in Vorbereitung.

6. Bugatti Veyron 16.4
Der in Italien geborene Ingenieur Ettore Arcco Isidoro Bugatti gründete seine Firma 1909 in Molsheim/Elsass.
1998 kauft die Volkswagen AG Bugatti. Nach drei Studien im Jahr 1999 kündigte Ferdinand Piech auf den Autosalons in Paris, Genf und Detroit den zu dieser Zeit leistungsstärksten und schnellsten Supersportwagen der Welt – den Bugatti EB Veyron 16.4 – an, ein gewaltiges Kraftpaket, getrieben von einem 16-Zylindermotor mit 4 Turboladern. Nach einer Entwicklungszeit mit mehreren Rückschlägen konnte der 1001 PS starke und 407 km/h schnelle Wagen 2005 als Bugatti Veyron 16.4 in Serie gehen. Zu den Superlativen gehören das gewaltige Drehmoment von 1250 Nm und die damit mögliche Beschleunigung von 0 auf 100 km/h n 2,5 Sekunden. Insgesamt 10 Kühler und 2 Wasserkreisläufe sichern die thermischen Belastungen im Normal- und Höchstleistungsbetrieb. Seine Gesamtproduktion wurde auf 300 Stück limitiert, wovon bisher 220 abgesetzt werden konnten.

7. Melkus RS 1000
Nach der Teilung Deutschlands wuchs im Osten trotz permanentem Mangel eine sehr aktive, sich privat organisierende Motorsportszene heran. Zu einer zentralen Persönlichkeit entwickelte sich dabei Heinz Melkus. Seit 1969 entstand in Dresden der einzige Straßenrennsportwagen der DDR. Die technische Basis bildete u.a. der Rahmen, das Fahrwerk und der Motor des Wartburg 353 aus Eisenach. Der nahezu mittig angeordnete überarbeitete Dreizylinder-Zweitaktmotor erreichte in der Straßenversion 70 PS und in der Rennversion bis zu 100 PS. Aufsehen erregte die für die damalige Zeit moderne und flache Karosseriegestaltung, obwohl durch die Verwendung von Serienteilen, wie z.B. die Frontscheibe des Wartburgs, Kompromisse eingegangen werden mussten. Nach der Neuauflage einer limitierten Edition ab 2006 entwickelte die Melkus Sportwagen Manufaktur das Nachfolgemodell RS 2000, dessen Einführung mit einer jährlichen Stückzahl von 20 – 25 Wagen für 2009 geplant ist.