Trinitatiskirche feiert 125 Jahre Kirchweihfest

Dresden - Vor 125 Jahren, genau am 17. Oktober 1894, wurde in der Trinitatiskirche in der Dresdner Johannstadt das Kirchweihfest gefeiert. An das historische Datum wird diese Woche mit vielen Veranstaltungen erinnert. Und auch die Zukunft der heutigen Ruine rückt in den Fokus. Ab April beginnt der Umbau, die Kirche erhält wieder ein Dach und wird zur Jugendkirche umgebaut. Die Umsetzung ist eine der Aufgaben der neuen Dresdner Jugendpfarrerin Leen Fritz.

© Sachsen Fernsehen

Am Sonntag, 13. Oktober, 10 Uhr findet mit einem musikalischen Festgottesdienst das 125-jährige Kirchweihfest der Trinitatiskirchruine Dresden-Johannstadt seinen Abschluss. Aufgeführt werden Werke von César Franck und Josef Gabriel Rheinberger. 

Im Rahmen des Kirchweihfestes bietet die Gemeinde in den kommenden Tagen noch einiges mehr: Für Freitag, 11. 10., 17 Uhr, einen Vortrag mit Podiumsdiskussion unter dem Motto „Aufstieg und Fall der Demokratie“. Dabei setzt sich der Philosoph Günther Fröhlich mit den Grundlagen gelebter Demokratie auseinander und beleuchtet deren Entstehung, notwendige Voraussetzungen und aktuelle Bedingungen. Und er nimmt er die Zuhörerschaft auf seinen gedanklichen Spaziergang mit und lädt diese ein, sich aktiv zu beteiligen. Am gleichen Tag um 19 Uhr lädt Tanz mit Rahma Ben Fredj und um 20 Uhr ein Konzert mit Placebo Flamingo, FunkyPopJazz Dresden. Mit ihrem frischfrechen und vor allem extrem energiegeladenen Sound holt das markante Trio im 40er-Jahre-Outfit jeden ab. Am Samstagabend, 12. Oktober, 19 Uhr, spielt die Banda Internationale Weltmusik. Stimmungsvoll und den einzelnen Acts angepasst wird die Kirchruine bei den verschiedenen Angeboten erstmals in leuchtender Farbigkeit zu erleben sein. Einzelne Stilelemente kommen so speziell zum Tragen, und die Besonderheit des Ortes wird nochmals unterstrichen, um ein einzigartiges Ambiente zu schaffen, das die Veranstaltung abrundet.

Die Trinitatiskirchruine Dresden-Johannstadt soll im Jahr 2022 als Jugendzentrum eröffnen. Unter einem Dach und dem gemeinsamen Motto „Raum für Zeit für Dich“ vereint es jugendgemäße Räume für unterschiedliche Veranstaltungsformate, die Geschäftsstelle der Evangelischen Jugend und die am Standort bereits existierende Offene Jugendarbeit. All das richtet sich – unabhängig von religiösen oder konfessionellen Bindungen – an junge Menschen zwischen 13 und 23 Jahren aus dem Quartier und dem gesamten Stadtgebiet und dem Dresdner Umland.

Der Entwurf für die Jugendkirche stammt von Code Unique Architekten aus Dresden. Die bestehenden Teile der kriegszerstörten Trinitatiskirchruine werden darin erhalten und um neue Gebäudeteile ergänzt. In der Architektur hervorzuheben ist ein Glaskubus über der Vierung des ehemaligen Kirchenschiffs. Dieser versorgt den zentralen und multifunktional nutzbaren Veranstaltungsraum im Erdgeschoss nach innen mit Tageslicht und macht ihn nach außen hin sichtbar.

Nach bereits angelaufenen Bauvorplanungen wird im April 2020 mit Baubeginn gerechnet. Der Bauabschluss erfolgt Ende 2021, so dass ab 2022 die Jugendkirche eröffnet werden kann. Die Bauwerkskosten werden mit 4,3 Millionen Euro beziffert. Die bauliche Realisierung insgesamt kostet 6,2 Millionen Euro. Die Finanzierung soll aus öffentlicher Projektförderung, kirchlichen Mitteln und Spenden erfolgen.

Die neue Dresdner Jugendpfarrerin, Leen Fritz wird die konzeptionelle Arbeit für die Jugendkirche in der Trinitatiskirchruine weiterführen, nachdem Georg Zimmermann am 1. Juni sein Amt als Landesjugendpfarrer angetreten hat. Leen Fritz wurde 1985 in Neubrandenburg geboren und wuchs in Berlin auf. Nach dem Abitur an der Katholischen Theresienschule in Berlin studierte sie in Leipzig und Berlin Evangelische Theologie. Während des Studiums erhielt sie mehrfach Einblicke in die United Church of Christ in den USA, eine Kirche mit etwa 1 Million Mitglieder, die auch auf protestantische Einwanderer aus Deutschland zurück geht. Seit 2017 war Fritz Pfarrerin an der Kirchgemeinde Zossen und zugleich auch Jugendpfarrerin im Kirchenkreis Zossen-Fläming.